Ärzte Zeitung online, 10.08.2009

Verdacht auf Hitzschlag bei Zeltlager

OBERHAUSEN/WEILHEIM (dpa). Mehr als ein Dutzend Kinder und Jugendliche sind bei einem Ferienlager in Oberbayern mit Verdacht auf Hitzschlag in Krankenhäuser gebracht worden. Betroffen waren nach Angaben der Polizei in Weilheim 13 Mädchen und ein Junge im Alter zwischen neun und 15 Jahren. Sie stammen aus dem Landkreis Landsberg am Lech.

Wie sich inzwischen herausstellte, erlitten die Kinder und Jugendlichen nur einen leichten Sonnenstich. Bereits am Samstag seien die jungen Patienten aus den Kliniken entlassen worden, berichtete die Polizei am Sonntag unter Berufung auf die betreuenden Ärzte.

Ein 27-jähriger Betreuer hatte am Freitag den Rettungsdienst alarmiert, als ein Mädchen offenbar einen Hitzschlag erlitten hatte, sagte ein Polizeisprecher. Ein Sanitäter, der sich um das Mädchen kümmerte, holte Verstärkung, nachdem auch andere Jugendliche des Lagers über Beschwerden klagten.

Ärzte hätten bei Untersuchungen mehrerer Kinder eine Überwärmung festgestellt. Einige seien zudem erschöpft gewesen oder litten unter Flüssigkeitsmangel, sagte ein Polizeisprecher. Vor einem Gemeinschaftszelt wurde ein Großraumlüfter aufgestellt. Die Kinder hätten zudem die Möglichkeit bekommen, sich mit Wasser abzukühlen. Zwölf Mädchen wurden zur Untersuchung in eine Klinik nach Starnberg gebracht, ein weiteres Mädchen und ein Junge wurden in ein Krankenhaus in Landsberg am Lech gebracht.

Unter einem Sonnensegel, unter dem sich die Gruppe mit ihren Zelten aufgehalten hatte, war es offenbar zu einem Hitzestau gekommen. Das Lager befand sich in einer Senke nahe der Ammer, sagte der Polizeisprecher. Die Wiese war vermutlich nicht ausreichend vor der Sonne geschützt.

Rund 40 Kinder und Jugendliche hatten an dem Ferienlager teilgenommen. Etwa 30 erwachsene Betreuer kümmerten sich den Angaben zufolge um ihre Versorgung. Gegen die Betreuer werde zunächst nicht ermittelt, sagte ein Sprecher am Sonntag.

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