Ärzte Zeitung online, 11.08.2009

Bienen finden dieses Jahr besonders wenig Nahrung

VEITSHÖCHHEIM (dpa). Die Honigbienen in Deutschland finden in diesem Jahr nach Ansicht von Experten besonders wenig Nahrung. "Schuld daran ist das frühe Trachtende", sagte Stefan Berg vom Fachzentrum Bienen im unterfränkischen Veitshöchheim am Montag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Die Blütezeit habe in diesem Jahr genauso schlagartig geendet, wie sie begonnen hatte. Hinzu komme, dass der Wald nicht "gehonigt" habe: Der starke Regen habe die Blattlaus-Ausscheidungen, die normalerweise von den Bienen gesammelt werden, von den Tannen und Fichten gewaschen. Deshalb gebe es dieses Jahr fast keinen Waldhonig.

Die Imker hätten daher diesen Sommer früher als gewöhnlich damit begonnen, Zuckerwasser zuzufüttern. "Normalerweise wird erst ab August etwas zugegeben", sagte Berg. Dieses Mal versorgten die Imker schon seit Juli ihre Tiere mit extra Nahrung. Warnungen von Imkern, die Tiere würden ohne die Zusatznahrung verhungern, bezeichnete der Biologe aber als "populistisch". Schließlich seien es die Imker, die den Tieren ihre Vorräte aus den Stöcken nähmen.

Richtig sei aber, dass Honigbienen seit Längerem immer weniger Blütennektar fänden. "Das Blühangebot nimmt stetig ab", erklärte Berg. Viele Wiesenblumen fielen der landwirtschaftlichen Nutzung zum Opfer. Inzwischen gebe es aber Programme, um einer Nahrungsverknappung der Bestäuber entgegenzuwirken. Nach Angaben des Experten gibt es in Bayern knapp 28 000 Imker mit rund 270 000 Bienenvölkern, bundesweit sind es etwa 900 000 Bienenstöcke.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Diese Akuttherapie lässt Hypertoniker Berge erklimmen

Wenn Hypertoniker in großen Höhen kraxeln, steigt ihr Blutdruck viel stärker an als bei ähnlicher Belastung auf tieferem Niveau. Eine Akuttherapie kann dagegen helfen, berichten Ärzte. mehr »

Nach Laborreform - Alte EBM-Nummer, aber neue Fallen für den Bonus

So viel hat sich bei den Ausnahme-Kennnummern im Labor zum 1. April gar nicht geändert. Doch ihre Wirkung auf Laborkosten ist völlig anders als bisher. Lesen Sie am Beispiel des Diabetes, wie Sie neue Fallen im Labor vermeiden. mehr »

Neue MS-Medikamente für weniger Schübe und weniger Behinderung

Wie innovative Medikamente und neue Behandlungsrichtlinien die Therapie bei MS optimieren – das ist ein Schwerpunkt beim Kongress der Europäischen Neurologen in Lissabon. mehr »