Ärzte Zeitung online, 18.08.2009

Ehe wider Willen, dann verlassen

KAIRO (dpa). Zuerst gegen ihren Willen verheiratet, dann vom Mann mit dem Baby sitzen gelassen: Das Schicksal einer 17-Jährigen aus Kairo ist bezeichnend für das Unrecht, das junge Frauen und Mädchen in der stark traditionell geprägten ägyptischen Gesellschaft oft erdulden müssen.

Der Leidensweg der jungen Frau begann, als ein Nachbar und ihr späterer Mann über den Balkon in ihr Schlafzimmer einstieg, berichtete die Zeitung "Egyptian Mail" am Dienstag. Nachdem sie aus dem Schlaf aufgeschreckt war und um Hilfe gerufen hatte, erklärte der Nachbar den herbeigeeilten Eltern schlagfertig, dass er mit der Tochter ein Liebesverhältnis hätte.

Das war eine dreiste Lüge, aber die Eltern glaubten dem jungen Mann und nicht der eigenen Tochter. Getrieben von der Panikvorstellung, ihre vermeintlich nicht mehr jungfräuliche Tochter anderweitig nicht mehr verheiraten zu können, schleppten sie die beiden aufs Standesamt.

Zwei Monate später verschwand der frischgebackene Ehemann auf Nimmerwiedersehen. Die 17-Jährige gebar sieben Monate später ein Baby. Am Ende erklärte sich ein Bruder des abgetauchten Kindsvaters bereit, der jungen Mutter Unterhalt in Höhe von fünf Pfund (0,64 Euro) pro Tag zu bezahlen - das ist selbst in Ägypten nicht viel.

Topics
Schlagworte
Panorama (30942)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Drastisch veränderte Mundflora bei Krebs

Beim Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle ist die Zusammensetzung des oralen Keimwelt im Vergleich zu Gesunden drastisch verschoben. mehr »

Engagement, das Früchte trägt

Jungen Menschen fehlt es an Gespür für ehrenamtliches Engagement? Ein Vorurteil, wie sich bei der Springer Medizin Gala gezeigt hat. Deutlich wurde auch, dass Engagement für Hilfsbedürftige auch den Sinn für das Politische schärft. mehr »

So wird Insulin für Diabetiker produziert

Hinter den Toren des Industrieparks Höchst bieten sich faszinierende Einblicke in die Welt der Hochleistungs-Biotechnologie: Milliarden von E.coli-Bakterien produzieren hier das für Diabetiker überlebenswichtige Insulin. mehr »