Ärzte Zeitung online, 18.08.2009

Irrtum der Behörde: Familie beerdigt falsche Leiche

MADRID (dpa). Wegen des Irrtums einer Behörde hat eine Familie in Spanien die falsche Leiche beerdigt. Zuvor hatte die Freigabe des Toten sich wochenlang hingezogen. Wie die Zeitung "El Mundo" am Dienstag berichtete, hatte die Madrider Familie im Juni erfahren, dass ein 38-jähriger Verwandter vor den Toren der Hauptstadt auf einem Feld tot aufgefunden worden war.

Die Gerichtsmediziner fanden heraus, dass der Mann an einem Herzinfarkt gestorben war. Die Identität des Toten wurde anhand eines Personalausweises festgestellt, den er bei sich hatte.

Als die Angehörigen bereits alle Vorbereitungen für die Beisetzung getroffen hatten, ordnete eine Ermittlungsrichterin jedoch eine weitere Überprüfung der Identität an. Das Verfahren zog sich insgesamt 60 Tage hin. Erst in der vorigen Woche gab die Justiz die Leiche frei.

Knapp eine Woche nach der Beerdigung erhielt die Familie einen Anruf vom gerichtsmedizinischen Institut. Es habe eine Verwechselung gegeben, teilte eine Beamtin den Angehörigen mit. Der Tote, den die Familie beigesetzt habe, sei nicht der Verwandte gewesen, sondern ein Obdachloser aus Polen.

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