Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

China-Köche eingeschleust - Mafia nicht im Spiel

HANNOVER (dpa). Nach der bundesweiten Razzia in China-Restaurants sehen die Ermittler zunächst keine Verbindung der Schleuserbande zur chinesischen Mafia. Das Trio aus der Region Hannover, das mehr als 1000 Chinesen in Restaurants für einen Hungerlohn hatte schuften lassen, habe unabhängig operiert, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Lendeckel am Dienstag in Hannover.

Bei den drei Drahtziehern seien mehr als 900 000 Euro an Vermögenswerten beschlagnahmt worden, wovon die chinesischen Köche zumindest einen Teil ihres vorenthaltenen Lohnes erhalten sollen. Die Auswertung der bei der Durchsuchung von 180 Restaurants beschlagnahmten Unterlagen werde noch längere Zeit dauern.

Das kriminelle Trio hatte zehn Jahre lang in China Köche für Deutschland angeworben und unter Vorlage regulärer Arbeitsverträge Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen für die Chinesen erhalten. In Deutschland mussten die Köche dann jedoch ihre Pässe abgeben und bei einem Lohn von 600 bis 800 Euro im Monat bis zu 90 Stunden in der Woche schuften.

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