Ärzte Zeitung online, 19.08.2009

Die scharfe Geschichte der Currywurst

BERLIN (ble). 60 Jahre hat es gedauert, jetzt hat das über Jahrzehnte wohl beliebteste Fast Food der Bundesbürger und auch das von Ex-Kanzler Gerhard Schröder seinen eigenen Tempel: Deutschlands erstes Museum rund um die Currywurst hat im Herzen Berlins seine Pforten geöffnet.

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Foto: Michael Röhrich ©www.fotolia.de

Mit dem Deutschen Currywurst Museum wollen dessen Macher ihre Besucher über die beliebte Wurst informieren und verzaubern, so etwa mit einer begehbaren Imbissbude (wir berichteten). Das so genannte Berlin Scope, ein dreidimensionaler Stadtplan, informiert über die berühmtesten Currywurstbuden der Hauptstadt. Eine Gewürzkammer mit deckenhohen Schubladenelementen zeigt Herkunft und Verarbeitung einzelner Bestandteile von Currymischungen und soll beim Besucher für exotische Riecherfahrungen sorgen.

Durch die gesamte Ausstellung schlängelt sich ein Soßenstrom. Ein so genannter Öko-Cube soll darüber hinaus für die Aspekte ökologischer Verantwortung beim Currywurstverzehr sensibilisieren. Auch die Entwicklung und der Stellenwert von Fast Food wird in der Ausstellung aufgegriffen, zum Beispiel, dass es "Essen to go" schon vor über 4000 Jahren gab. In Deutschland gehen jährlich rund 800 Millionen Currywürste über die Theke.

Im museumseigenen Kino können sich die Besucher den preisgekrönten Film "Best of the Wurst" anschauen. Die Dokumentation der Amerikanerin Grace Lee zeichnet dabei ein Bild der Stadt Berlin und ihrer Bewohner. Eine Wandinstallation mit integrierten Bildschirmen veranschaulicht die Bedeutung der Currywurst im TV. Von den legendären "Drei Damen vom Grill" bis hin zu den Tatort-Kommissaren wird auch die "Charakterrolle" der Currywurst in der Fernsehlandschaft beleuchtet. In einer Zusammenstellung der interessantesten Szenen erleben die Besucher bekannte Hauptdarsteller in einem neuen Zusammenhang.

Erfunden haben soll die Currywurst Herta Heuwer, die angeblich aus Langeweile erstmals im September 1949 an ihrem Imbissstand an der Ecke Kant-/Kaiser-Friedrich-Straße in Berlin-Charlottenburg gebratene Brühwurst mit einer Sauce aus Tomatenmark, Currypulver, Worcestershiresauce und weiteren Zutaten anbot. Auch über ihre Geschichte informiert die Ausstellung in einer den 1940er-Jahren nachempfundenen Berliner Wohnküche.

Die Eintrittspreise liegen bei sieben bis elf Euro. Geöffnet ist das Museum täglich von zehn bis 22 Uhr. Für Kinder unter 6 Jahren ist der Eintritt frei. Die Ausstellungsbereiche sind ebenerdig und damit barrierefrei zu erreichen.

www.currywurstmuseum.de

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