Ärzte Zeitung online, 20.08.2009

Harte Strafen wegen Disco-Brand in Argentinien

BUENOS AIRES (dpa). Mehr als viereinhalb Jahre nach dem verheerenden Feuer in einer Diskothek der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires mit 194 Toten und 700 Verletzten hat ein Gericht am Mittwoch lange Haftstrafen verhängt. Der Betreiber der Diskothek Omar Chabán erhielt mit 20 Jahren wegen Brandstiftung und Bestechung die höchste Strafe.

Mitarbeiter Chabans sowie Verantwortliche der staatlichen Feueraufsicht wurden zu bis zu 18 Jahren verurteilt. Zu Tumulten im Gerichtssaal und einer Straßenschlacht vor dem Gebäude in der Hauptstadt Buenos Aires kam es jedoch, als die Richter die Musiker der Rockband Callejeros freisprachen. Während ihres Konzerts war das Feuer ausgebrochen.

Am 30. Dezember 2004 hatte ein bengalisches Feuer während des Konzerts die leicht entflammbare Innenverkleidung der Diskothek "República Cromañón" in Brand gesetzt. Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, die Feuerlöscher waren defekt und die Opfer saßen wegen blockierter Notausgänge in einer tödlichen Falle. Es war eines der schwersten Unglücke dieser Art weltweit. Das Unglück war auch Folge der in Argentinien weit verbreiteten Missachtung von Sicherheitsvorschriften.

Angehörige der Opfer waren empört über die Freisprüche für die Musiker und versuchten, das Gerichtsgebäude zu stürmen. "Dieses Urteil macht alles noch schlimmer", schimpfte ein Vater im Fernsehen. Die Musiker hätten die Stimmung während des Konzerts so angeheizt, dass sie an dem Unglück Mitschuld trügen. Für Unverständnis sorgte auch die Entscheidung der Richter, die Verurteilten bis zur Rechtskraft des Urteils, gegen das Rechtsmittel zulässig sind, auf freien Fuß zu setzen.

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