Ärzte Zeitung online, 24.08.2009

Studienbeginn mit Stammzellen gegen Querschnittlähmung verzögert sich

MENLO PARK (ple). Die weltweit erste genehmigte Studie zur Therapie mit Zellen, die aus humanen embryonalen Stammzellen hergestellt wurden, ist jetzt gestoppt worden.

Erst Anfang des Jahres hatte die US-Behörde FDA die Studie mit dem Zellpräparat GRNOPC1 des kalifornischen Unternehmens Geron zur Therapie von Patienten mit Querschnittslähmung genehmigt. Jetzt will die Behörde zunächst neue Daten aus Versuchen mit Tieren prüfen, die das Unternehmen in der Zwischenzeit eingereicht hat. Das Zellpräparat besteht aus bestimmten, aus den Stammzellen gezüchteten Nervenzellen, den Vorläuferzellen der Oligodendroglia-Zellen. Diese Zellen synthetisieren Eiweißmoleküle, die die Zellausläufer der Neuronen ummanteln. Die als Myelin bezeichnete Schicht ist für die Informationsübermittlung im Gehirn unerlässlich. Wie das Unternehmen aus Menlo Park mitteilt, wurde bisher noch kein Patient mit dem Zellpräparat behandelt.

In Tierversuchen ist es bereits gelungen, durch die Implantation der aus Stammzellen gewonnenen Oligodendrogliazellen Rückenmarkverletzungen zu beheben. Dazu wurden die Zellen sieben Tage, nachdem das Rückenmark geschädigt worden war, implantiert. Nach neun Monaten hatten die implantierten Zellen die geschädigten Stellen in den Rückenmarknerven gefüllt und die gebildeten Nervenfortsätze mit der schützenden Myelinschicht umhüllt. Die zuvor gelähmten Tiere konnten sich wieder bewegen.

Weitere Infos zum Zellpräparat unter www.geron.com

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