Ärzte Zeitung online, 24.08.2009

Studie: Musikgeschmack definiert Charakter

LONDON (dpa). Ich zeige Dir meinen iPod, und Du sagst mir, wer ich bin: Dies gilt nach einer britischen Studie tatsächlich für viele Menschen. Denn Musik werde auch dazu benutzt, ein bestimmtes Image von sich selbst zu vermitteln, berichteten Forscher von der Universität Cambridge am Samstag.

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Foto: Darren Baker ©www.fotolia.de

Songlisten auf dem iPod oder auf Internetplattformen wie Facebook oder MySpace seien eine "klare öffentliche Erklärung, wer wir sind und wie wir wahrgenommen werden wollen", sagte Studienleiter Dr. Jason Rentfrow von der Fakultät für Psychologie. Musik könne damit Stereotype und soziale Vorurteile verstärken.

In der Studie hätten Testgruppen regelmäßig die selben Annahmen über Persönlichkeiten, Werte und Klassenzugehörigkeiten anderer Menschen gemacht und dies von deren Musikgeschmack abgeleitet. So hielten sie Rock-Fans zum Beispiel für rebellisch und künstlerisch, doch auch für emotional instabil. Liebhaber von klassischer Musik nahmen sie dagegen oft als sympathisch und intellektuell, aber auch als unattraktiv und langweilig wahr. Jazz-Anhängern haftete das Klischee an, freundlich aber wenig verantwortungsbewusst zu sein. Rap-Fans wurden als feindseliger, dafür jedoch als energetisch und athletisch eingeschätzt.

Selbst wenn viele dieser Vorurteile nicht stimmten, bedeuteten sie, dass Menschen klare Statements über ihr Selbstbild und ihre Persönlichkeit machen, wenn sie mit anderen über ihre Lieblingsbands oder -komponisten redeten, betonten die Forscher.

Mitteilung der Uni Cambridge "You Are What You Listen To"

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