Ärzte Zeitung online, 25.08.2009

Studie: Kinder fahren immer schlechter Rad

BERLIN (dpa). Deutsche Kinder können immer schlechter Radfahren. Dies geht aus einer Studie der deutschen Versicherungen hervor. Im Vergleich zum Jahr 1997 seien die Fähigkeiten von Grundschülern auf dem Rad deutlich zurückgegangen, immer weniger beherrschen wichtige Alltagssituationen. Vor allem Kinder in Städten, Mädchen mit ausländischen Wurzeln sowie übergewichtige und überbehütete Kinder weisen laut Studie deutliche psychomotorische Schwächen auf. 

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Kinder fahren immer schlechter Rad.

Foto: bilderbox ©www.fotolia.de

Für die am Dienstag veröffentlichte Studie wurden im Auftrag der Unfallforschung der Versicherer (UDV) Fahrradausbilder von bundesweit 368 Jugendverkehrsschulen befragt. Fast drei Viertel der Ausbilder (72 Prozent) gaben dabei an, die Körperbeherrschung und Radfahrfertigkeit der Kinder habe abgenommen. Immer mehr Kinder könnten beispielsweise nicht die Spur halten, wenn sie nach hinten oder zur Seite blicken.

Waren vor zwölf Jahren noch kaum Unterschiede zwischen Stadt und Land erkennbar, so geben laut Umfrage rund vier Fünftel der Ausbilder in Städten an, dass die motorischen Schwächen zugenommen haben. Im ländlichen Bereich sind es dagegen nur knapp 70 Prozent.

Der UDV-Leiter Siegfried Brockmann forderte Schulen, Eltern und Lehrer auf, gezielt Bewegungsdefizite zu erkennen und zu bekämpfen. Sicheres Radfahren sei das A und O für eine spätere sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Im zurückliegenden Schuljahr haben laut UDV rund 205 000 Kinder - in der Regel in der 4. Klasse - die Radfahrprüfung absolviert. Das sind rund 95 Prozent aller Viertklässler.

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