Ärzte Zeitung online, 28.08.2009

Kurz, lang, lockig, seidig - Bei Hundehaar bestimmen das drei Gene

WASHINGTON (dpa). Wenn es ums Haar geht, stellt der Hund sein Herrchen weit in den Schatten. Mal lang und seidig, kurz und dicht gelockt oder struppig wie eine Drahtbürste: Forscher unterteilen die Haarpracht - das Fell - reinrassiger Vierbeiner in wenigstens sieben größere Kategorien. Eine genetische Analyse zeigt jetzt, dass sich gerade drei Gene als "Coiffeure" der Hundewelt betätigen.

Das Ergebnis beruht auf einer Erbgut-Untersuchung bei mehr als 1000 Hunden von 80 verschiedenen Rassen. Demnach verdanken Terrier und Schnauzer ihren Bürstenschnitt einer Variante des RSPO2-Gens, entdeckten Edouard Cadieu und Kollegen vom Genomforschungsinstitut der USA in Bethesda bei Washington. Das seidige Fell der Cocker-Spaniels, Pomeraner und Chihuahuas stammt vom FGF5-Gen ("Science" online, Fachartikelnummer: 10.1126/science.1177808). Die dichte Lockenpracht des irischen Wasserspaniels wiederum wird von einer Variante des Gens KRT71 produziert.

Pudel und portugiesische Wasserhunde vereinen alle drei Gene in sich. Bo, derzeit prominentester Vertreter der Wasserhunde mit ihrem gewellten Haar und kleinen Schnauzbart, teilt das Weiße Haus mit Amerikas First Family.

Ob die gleichen Gene für Variationen des menschlichen Haarschopfs verantwortlich sind, ist noch nicht erforscht. Fest steht aber, dass zwei der drei Erbanlagen am Erscheinungsbild von Katzen und Mäusen mitwirken.

Topics
Schlagworte
Panorama (30881)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Mütter stellen früh die Weichen für Babys Gesundheit

Dicke Mutter = dickes Baby: Diese Gleichung geht oft auf - leider. Ernährungs-Experten tauschen sich daher auf einem Kongress über den frühen Einfluss der mütterlichen Ernährung u.a. auf das Diabetesrisiko des Kindes aus und geben Tipps. mehr »

Würden Ärzte Gröhe wählen?

In einer großen Umfrage fragten wir Ärzte: "Wenn der Bundesgesundheitsminister direkt vom Volk gewählt werden könnte, wen würden Sie wählen?" Lesen Sie hier die Antwort. mehr »

Bei Dauerschmerz leidet auch das Gedächtnis

Wird der Geist träger, geht das zulasten von Lebensqualität und Unabhängigkeit. Eine US-Studie hat den Einfluss anhaltender Schmerzen auf Kognition und Demenzrisiko untersucht. mehr »