Ärzte Zeitung online, 01.09.2009

Viel Geld für Kinder - Aber oft wirkungslos

BERLIN (dpa). Deutschland gibt besonders viel Geld für Kinder aus - dennoch sind Kinderarmut und mangelnde Chancengleichheit weiter verbreitet als in anderen Industrieländern. Dies hat der erste Kinderbericht der OECD ergeben, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Er beleuchtet die Lage von Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren.

Demnach gibt Deutschland 10 bis 20 Prozent mehr Geld für Bildung, Kinderbetreuung und direkte Zahlungen an die Familien aus als andere Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Dennoch lebt fast jedes sechste Kind in Deutschland in Armut.

Auch der Bildungsabstand zwischen starken und schwachen Schülern ist im Länder-Vergleich überdurchschnittlich hoch. So zahlen etwa Dänemark und Schweden deutlich weniger direkte Hilfen an Eltern. Beim Kampf gegen Kinderarmut und für mehr Chancengleichheit stehen diese Länder aber besser da.

Die OECD plädiert dafür, die staatliche Familienförderung in Deutschland gezielter einzusetzen. "Deutschland sollte seine Transfers stärker auf bedürftige Kinder und deren Familien konzentrieren. Außerdem sollten Dienstleistungen wie Kinderbetreuung und Ganztagsschulen weiter ausgebaut werden", sagte die OECD-Expertin Monika Queisser bei der Vorstellung der Studie.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Auf Frühstück zu verzichten erhöht Diabetes-Gefahr

Wer das Frühststücken auslässt, erhöht damit womöglich das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Eine Metaanalyse mit fast 100.000 Teilnehmern zeigt: Die Gefahr wächst mit den Tagen. mehr »

Grünes Licht für die MWBO-Novelle

Weniger Richtzeiten und kompetenzbasiertes Lernen: Der Vorstand der Bundesärztekammer hat die Novelle der (Muster-)Weiterbildungsordnung beschlossen. mehr »

Verdacht auf Kindesmisshandlung? Das sollten Ärzte dann tun

Haben Ärzte den Verdacht, dass ein Kind vernachlässigt, misshandelt oder gar missbraucht wird, sollten sie umgehend tätig werden. Wie sie vorgehen sollten, erläutert Oliver Berthold, Leiter der Kinderschutzambulanz in Berlin. mehr »