Ärzte Zeitung online, 02.09.2009

Kriminalisten wollen mehr Profis in der Rechtsmedizin

HILDESHEIM (dpa). Bei der Ermittlung von Todesursachen fehlt es in Deutschland nach Ansicht des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK) an Professionalität. "Eine Leichenschau darf ausschließlich von einem speziell ausgebildeten Leichenschauarzt durchgeführt werden", forderte der BDK-Vorsitzende, Klaus Jansen, am Dienstag auf dem Landesdelegiertentag in Hildesheim.

An Leichenfundorten sollten nur professionelle Mediziner auf professionelle Kriminalisten treffen, wenn die Todesursache nicht eindeutig zu klären ist. "Unter den hiesigen Bedingungen wäre die Ursache des Todes von Michael Jackson in Deutschland wohl nicht festgestellt worden", sagte Jansen.

Dass viele Morde unentdeckt blieben, liegt nach Auffassung des BDK auch in einer mangelhaften Ausbildung sowie der Organisation der Leichenschau. "Deutschland braucht mehr Profis in der Rechtsmedizin, professionelle Leichenbeschauer und eine hohe Entdeckungswahrscheinlichkeit von Morden und Mördern", sagte Jansen. Hausärzte und ärztliche Personen, die im Rettungseinsatz seien, beschränkten sich lediglich auf die Feststellung des Todes. Der Leichenschauarzt diagnostiziere dagegen Todesursache und Todesart und stelle die Weichen, ob Ermittlungen aufgenommen werden.

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