Ärzte Zeitung online, 02.09.2009
 

Forscher: Der Hund stammt aus China

STOCKHOLM (dpa). Schwedische und chinesische Forscher sind sich sicher: Die weltweit allerersten Hunde wurden vor 16 000 Jahren in China südlich des Jangtse-Flusses gezüchtet. Wie am Mittwoch aus dem Königlichen Forschungsrat in Stockholm verlautete, habe man mit Hilfe von genetischen Methoden zum ersten Mal "genau auf den Punkt" einkreisen können, wo und wann wie viele Wölfe als erster Hundestamm gezähmt worden seien.

Der Biologe Peter Savolainen erklärte, dass bisher der globale Ursprung aller Hundestämme lediglich grob in Ostasien lokalisiert werden konnte. Nun sei es aber mit neuen Genanalysen gelungen, "den besten Freund des Menschen auf den Punkt genau einzukreisen" (Molecular Biology and Evolution online first, September 2009).

Danach entwickelte sich der erste Hundestamm aus einer überraschend hohen Zahl von mehreren hundert gezähmten Wölfen. Als "aufregend" stufte Savolainen auch die Entdeckung ein, dass die ersten chinesischen Hunde nicht wie ihrer späteren Nachkommen in Europa als Hirten- oder Wachhunde eingesetzt wurden, sondern "wahrscheinlich in menschlichen Mägen endeten".

Die entgegen früheren Hypothesen wesentlich besser abgesicherte Einkreisung der ersten Hundestämme stimme gut überein mit dem Übergang der menschlichen Bevölkerung vor 10 000 bis 12 000 Jahren von einer Existenz als Jäger und Sammler zu einer bäuerlichen Gesellschaftsform.

Zum Abstract der Originalarbeit "mtDNA Data Indicates a Single Origin for Dogs South of Yangtze River, less than 16,300 Years Ago, from Numerous Wolves"

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