Ärzte Zeitung online, 10.09.2009

Arbeitslosigkeit macht Deutschen am meisten Angst

BERLIN (dpa). Angesichts der Wirtschaftskrise macht Arbeitslosigkeit den Deutschen am meisten Angst. Erst auf den weiteren Plätzen rangieren die Angst vor Gewalt, vor sozialer Ungleichheit und vor Kriminalität. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten Forsa-Umfrage im Auftrag des Beamtenbundes (dbb) unter rund 1000 Bundesbürgern hervor.

Demnach sorgen sich 86 Prozent um die Lage am Arbeitsmarkt. Sie nimmt in der Liste der größten empfundenen Bedrohungen den ersten Platz ein. Im Jahr 2007 hielten die Menschen dagegen die Gewalt in der Gesellschaft noch für die größte Bedrohung. Nun rückte diese mit 80 Prozent auf den zweiten Platz. Dahinter folgt die Angst vor sozialer Ungleichheit (74 Prozent) und Kriminalität (73 Prozent).

Die Angst vor Terroranschlägen nahm dagegen ab - 58 Prozent der Befragten empfinden Terror noch als Bedrohung. Forsa-Chef Manfred Güllner sagte, Terror sei für die Menschen im Vergleich zur Alltagskriminalität eher abstrakt.

Konkret befragt zur Einschätzung der Sicherheitslage in Deutschland, gaben 61 Prozent der Befragten an, die Kriminalität habe ihrem Eindruck nach in den vergangenen Jahren zugenommen. Diese persönliche Empfindung widerspricht der im Juni veröffentlichten Kriminalitätsstatistik für 2008: Demnach sank die Zahl registrierter Straftaten insgesamt um 2,7 Prozent auf rund 6,11 Millionen.

Insgesamt sieht sich der dbb mit der Studie darin bestätigt, dass die Bürger mehr vom Staat erwarten. "Zwei Drittel aller Bundesbürger meinen, der Staat tue nicht genug zur Kriminalitätsbekämpfung", sagte dbb-Chef Peter Heesen. Die Umfrage listet auch auf, wie oft die Befragten bereits Opfer von Straftaten wurden: Am häufigsten wurden die Befragten schon einmal Opfer von Betrügereien - dies jedenfalls gaben 22 Prozent an.

Das relativ neue Phänomen der Internet-Kriminalität empfinden 41 Prozent als sehr bedrohlich und 37 Prozent als bedrohlich. "Hier rangiert bei den Bürgern Sicherheit vor Datenschutz", meinte Heesen. Drei Viertel finden laut Umfrage eine Einschränkung des Datenschutzes akzeptabel, wenn so kriminelle Machenschaften wie Kinderpornografie oder Rechtsextremismus im Netz eingedämmt werden könnten.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jede achte Frau braucht nach der Geburt Antidepressiva

Etwa elf Prozent aller Frauen leiden im ersten Jahr nach der Geburt an Depressionen. Unter jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist der Anteil fast doppelt so hoch. mehr »

Die Malaria-Gefahr wächst

Weltweit steigen Erkrankungszahlen an Malaria seit zwei Jahren wieder. Es trifft nicht nur Kinder in Entwicklungsländern, sondern auch Reisende aus Deutschland. mehr »

„Mütter sind die zentralen Ansprechpartner“

In dieser Woche werben Urologen für die HPV-Impfung. Vor allem bei Jungen besteht Nachholbedarf. Wie sie für eine Impfung gewonnen werden sollen, erklärt der Vorsitzende des Berufsverbandes Dr. Axel Schroeder. mehr »