Ärzte Zeitung online, 16.09.2009

Transfusions-Experte: Auch Ältere zu Blutspende zulassen!

ROSTOCK (dpa). Auch Menschen über 68 Jahren sollten nach Ansicht von Fachärzten Blut spenden dürfen. Nur so könnten die chronischen Engpässe bei der Versorgung mit Blutkonserven überwunden werden. "Man muss endlich darüber nachdenken, auch ältere Menschen zuzulassen", sagte der Kiefel am Dienstag in Rostock.

Nach den Richtlinien der Bundesärztekammer dürfen Freiwillige in der Regel nur bis zu einem Alter von 68 Jahren Blut spenden. Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes hatte die Grenze dagegen im Frühjahr aufgehoben.

"Die Eigenblutspende läuft bei vielen 80-Jährigen problemlos", argumentierte Kiefel, der den 42. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) mit rund 800 Experten bis zum Freitag leitet.

Für die Begrenzung des Spenderalters gebe es aus medizinischer Sicht keine belegbaren Gründe. Eine Ausweitung nach oben oder die gänzliche Abschaffung der Altersgrenze könne indes die Einbrüche in jüngeren Spendergruppen ausgleichen, erklärte der Chef der Transfusions-Abteilung am Rostocker Universitäts-Klinikum in einem Gespräch mit der dpa.

Rotkreuz-Ärzte entscheiden seit Mai im eigenen Ermessen, ob Menschen über 68 Jahren spenden dürfen. Der DGTI-Vorsitzende Reinhold Eckstein sprach sich für eine Übernahme der Regelung in die Ärztekammer-Regularien aus: "Man muss diejenigen, die auch im Alter fit und gesund sind, zur Blutspende zulassen." Nur in Ausnahmefällen und bei voller Haftung des behandelnden Arztes hätten ältere Freiwillige derzeit diese Möglichkeit. Auch bei seltenen Blutgruppen seien Versorgungslücken leichter zu schließen, wenn der Spenderkreis ausgeweitet würde.

www.blutspende.de
www.drk.de

Lesen Sie dazu auch:
Transfusions-Experte: Blutspende-Boni wären ethisch heikel

Zum Thema Blutspende hat die Ärzte Zeitung kostenlose Informationen für Patienten und für Fachkreise zum Download zusammen gestellt

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