Ärzte Zeitung online, 25.09.2009

Ehrentag für die edle Bohne

Berlin (hom). Egal, ob Pause oder Dienstbesprechung - Kaffee darf nicht fehlen. Mit etwa 148 Litern pro Kopf und Jahr ist er der Deutschen Lieblingsgetränk. Am heutigen 25. September wird die edle Bohne mit einem eigenen Ehrentag - dem "Tag des Kaffees" - gefeiert.

Ehrentag für die edle Bohne

Foto: Monika Adamczyk©www.fotolia.de

Der französische Dichter Jean Paul konnte nicht genug davon kriegen. Auch der Philosoph Voltaire soll bis zu 30 Tassen Kaffee getrunken haben. An einem Tag, wohlgemerkt. Für Preußenkönig Friedrich den Zweiten dagegen war Kaffee ein reines "Teufelsgesöff". Mit dessen Konsum, spottete der alte Fritz, werde "unendlich viel Geld zum Land hinausgejagt". Und überhaupt: Mit einer ordentlichen "Biersuppe" würden die jungen Menschen viel besser gedeihen als mit schwarzem Bohnenkaffee, befand er streng.

148 Liter pro Kopf und Jahr

Die Deutschen heute sehen's definitiv anders. Kein anderes Getränk nehmen die Bundesbürger lieber zu sich als Kaffee, nicht einmal Bier. Zahlen belegen es: 86 Prozent der Bundesbürger trinken täglich oder mehrmals wöchentlich Kaffee - ergab eine aktuelle Studie unter 1044 Frauen und Männern im Auftrag des in Hamburg ansässigen Deutschen Kaffeeverbandes. Da kommt einiges an Flüssigkeit zusammen: Statistiker haben errechnet, dass pro Kopf und Jahr 148 Liter Kaffee in Deutschland konsumiert werden.

Heilsam oder nicht heilsam?

Darüber, ob Kaffeegenuss gesundheitsschädigend ist oder ob die kleine braune Bohne heilsame Wirkungen entfalten kann, wird nach wie vor diskutiert. Für jede Sichtweise findet sich inzwischen irgendeine Studie, in der mal dies, mal jenes behauptet wird. Für viel Aufsehen sorgte zuletzt eine finnisch-schwedische Untersuchung. Botschaft: Drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag schützen vor Altersdemenz.

Was die einen nach einer weiteren Tasse Kaffee greifen lässt, erfüllt andere mit Sorge. Drei bis fünf Tassen? Klingt nicht nach Genuss und Gesundheit, sondern eher nach Sucht und Abhängigkeit. Doch diese Sorgen seien unberechtigt, meint die Weltgesundheitsbehörde (WHO). Kriterien einer Sucht seien beim Konsum von Kaffee nicht erfüllt, wird dort betont.

Heilsam, schädigend, abhängig machend - völlig egal sein dürfte dies den Schnecken. Diese, entdeckten Forscher auf Hawaii vor einigen Jahren, vertragen definitiv keinen Kaffee. Nur wenige Sprüher einer koffeinhaltigen Lösung wirken auf die kleinen Kriecher wie Nervengift. Freuen dürfte das wiederum die Gärtner - egal, ob sie Kaffee mögen oder nicht.

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