Ärzte Zeitung online, 25.09.2009

Zwei Millionen Menschen in Knochenmarkspenderdatei

TÜBINGEN (dpa). Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) hat den zweimillionsten potenziellen Stammzellenspender aufgenommen. Melanie Krahe (31) aus Aldenhoven in Nordrhein-Westfalen habe sich vor knapp zwei Wochen typisieren lassen, teilte die Gesellschaft am Freitag in Tübingen mit.

Eine Knochenmarkspende ist für Leukämie- Patienten oft die einzige Möglichkeit, die tödliche Krankheit zu besiegen. Die DKMS hat in den 18 Jahren seit ihrer Gründung rund 18 000 Stammzell- oder Knochenmarkspenden vermittelt. Sie ist nach eigenen Angaben die größte Spenderdatei weltweit.

"Die Erfolgsgeschichte der DKMS hat vielen Leukämiepatienten eine neue Lebenschance geschenkt", sagte Geschäftsführerin Claudia Rutt. Die Organisation startete 1991 als Bürgerinitiative in Tübingen. Damals gab es in Deutschland nur etwa 3000 Freiwillige, die sich als potenzielle Stammzellenspender zur Verfügung stellten. "Wenn man uns damals gesagt hätte, dass wir es bis 2009 schaffen, zwei Millionen Menschen zu motivieren, hätte dies keiner geglaubt", sagte Rutt.

Melanie Krahe, die zweimillionste Spenderin, war gemeinsam mit ihrem Mann zu einer Typisierungsaktion der DKMS gekommen. "Für mich war die Registrierung selbstverständlich", sagte die Mutter zweier Kinder. "Jede Mutter hofft auf die Hilfe anderer, wenn das eigene Kind lebensbedrohlich erkrankt."

Die DKMS peilt unterdessen schon die nächsten Rekordmarken an. Weil für eine Stammzellentransplantation hunderte Gewebemerkmale übereinstimmen müssen, erhöhe sich mit jedem potenziellen Spender die Wahrscheinlichkeit, dass einem Leukämie-Patienten geholfen werden könne, sagte Rutt.

www.dkms.de

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