Ärzte Zeitung online, 29.09.2009

IQWiG findet keinen Zusatznutzen bei implantatgetragenem Zahnersatz

Köln (eb). Mangels aussagekräftiger Studien bleibt unklar, ob Patientinnen und Patienten mit einer verkürzten Zahnreihe einen Vorteil davon haben, wenn der Zahnersatz auf ein im Kiefer fest verankertes Implantat aufgesetzt wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln.

Die Wissenschaftler haben im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) so genannte implantatgetragenen Suprakonstruktionen mit konventionellem Zahnersatz verglichen. Dieser ist entweder herausnehmbar oder an noch vorhandenen natürlichen Zähnen befestigt.

Als Alternative zur konventionellen Prothese kann eine künstliche, häufig aus Titan gefertigte Zahnwurzel in den Kiefer eingepflanzt werden (enossales Implantat). Auf dem Gewinde dieses Implantats sitzt der Kronenaufbau, auf dem dann die Suprakonstruktion, also der sichtbare Teil des Zahnersatzes, verankert wird. Leitlinien empfehlen solche implantatgetragenen Suprakonstruktionen insbesondere bei Kieferdefekten, etwa bedingt durch Knochenschwund (Kieferatrophie) oder Unfälle.

Wie das IQWiG in seinem Abschlussbericht jedoch feststellt, ist die Studienlage unzureichend. Das Institut kommt zu der Schlussfolgerung, dass es für den implantatgetragenen im Vergleich zum konventionellen Zahnersatz bei verkürzten Zahnreihen weder Hinweise noch Belege für einen Zusatznutzen gibt.

Die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) zahlen ihren Versicherten seit 2005 pauschal einen Festzuschuss, unabhängig davon, für welche Art des Zahnersatzes sie sich entscheiden.

Abschlussbericht Suprakonstruktionen des IQWiG, Kurzfassung

Abschlussbericht Suprakonstruktionen des IQWiG, Langfassung

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