Ärzte Zeitung online, 01.10.2009

Tote und Verwüstung auf Samoa

WELLINGTON (dpa). Hunderte Tote befürchtet: Innerhalb von gut 16 Stunden haben zwei schwere Erdbeben im Südseeparadies Samoa und auf der indonesischen Insel Sumatra verheerende Verwüstungen angerichtet. Mindestens 120 Menschen kamen allein auf Samoa ums Leben, als nach einem Beben der Stärke 8,0 ein Tsunami ganze Küstenstreifen ins Meer riss.

Das Beben vor Samoa am Dienstagabend (MESZ) war eines der heftigsten dieses Jahres. Die Wucht des nachfolgenden Tsunamis riss an den langen Stränden Hütten und Ferienanlagen um. Häuser wurden von ihren Fundamenten gerissen. Fischerboote wurden hunderte Meter ins Landesinnere geschleudert, Autos und Dächer aufs Meer hinausgezogen.

"Es hat vor allem Kinder und ältere gebrechliche Menschen getroffen", sagte Marita Huch, die Reporterin des lokalen Radiosenders "2AP", der dpa. Sie fuhr mit einem Team aus Apia 80 Kilometer an die Südküste und sah dort Leichen, die in angeschwemmten Schlamm- und Sandbänken feststeckten. "Es ist vieles schwer beschädigt, und die meisten Touristenanlagen sind zerstört", sagte Samoas Vize-Regierungschef Misa Telefoni.

   Von dem Tsunami betroffen war neben der ehemaligen deutschen Kolonie West-Samoa auch die Schwester-Insel Amerikanisch-Samoa. Dort wurde vor allem die Hauptstadt Pago-Pago getroffen. Eine Brücke sei durch den Sog des Wassers eingestürzt, sagte der Gouverneur Togiola Tulafono im Fernsehen. Besonders die zweite der rund fünf Tsunamiwellen sei verheerend gewesen. US-Präsident Barack Obama erklärte die Insel zum Katastrophengebiet.

Tsunami-Warnung rettete Leben

   Die meisten Menschen in den Küstenregionen suchten nach dem Erdstoß umgehend das Weite, wie sie es gelernt hatten. "Das hat vielen das Leben gerettet", meinte die Radioreporterin. "Wir haben seit dem Tsunami im Indischen Ozean 2004 regelmäßig Tsunami-Übungen abgehalten. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn das eben mitten in der Nacht passiert wäre." Bei dem Tsunami 2004 waren rund um den Indischen Ozean 230 000 Menschen ums Leben gekommen.

   Die besonders betroffene Südküste der Hauptinsel Upolu ist ein Touristenparadies. Wie viele Ausländer ums Leben kamen oder vermisst wurden, war zunächst unklar. Die neuseeländische Luftwaffe schickte ein Aufklärungsflugzeug in die 2800 Kilometer entfernte Region, um nach Überlebenden zu suchen.

Berliner Ehepaar verletzt

   An der Küste machte auch ein deutsches Ehepaar Urlaub. Die Berliner erlitten leichte Verletzungen und wurden in einem Krankenhaus versorgt, sagte der deutsche Honorarkonsul, Arne Schreiber. Die 25 auf Samoa lebenden Deutschen seien wohlauf.

  www.aktion-deutschland-hilft.de

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