Ärzte Zeitung online, 01.10.2009

Studie: Massive Unterernährung durch Klimawandel droht

WASHINGTON (dpa). Die Zahl der unterernährten Kinder auf der Welt wird einer Studie zufolge durch den Klimawandel bis 2050 um 25 Millionen steigen. Diese Entwicklung könne abgewendet werden, wenn pro Jahr zusätzliche sieben Milliarden US-Dollar zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktivität ausgegeben würden, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Report des International Food Policy Research Institute (IFPRI) weiter.

Die Studie ist nach IFPRI-Angaben die bisher umfassendste Einschätzung der Folgen der globalen Erwärmung für den Agrarsektor.

Die Autoren plädieren unter anderem für eine Förderung der landwirtschaftlichen Forschung sowie eine Verbesserung der Bewässerungsmethoden und der Zufahrtstraßen zu den Märkten für arme Farmer. Auch der Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Ausbildung von Mädchen seien von wesentlicher Bedeutung.

Ohne neue Technologien und "Anpassungen" der Bauern werde der Klimawandel zu deutlichen Ernte-Einbußen bei Weizen und Reis führen, wird in der Studie gewarnt. Sogar ohne den Treibhauseffekt würden die globalen Nahrungsmittelpreise steigen, so für Weizen um fast 40 Prozent bis 2050. Aber mit dem Klimawandel werde der Weizen-Preisanstieg 194 Prozent betragen. Ähnlich dramatische Entwicklungen sagt das Institut auch bei Reis und Mais voraus.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Wirkstoff zum Cannabis-Entzug

Die Blockade der Fettsäureamid-Hydrolase reduziert Symptome beim Cannabis-Entzug. Mit einem Hydrolasehemmer senkten Abstinenzwillige den Konsum um fast 70 Prozent. mehr »

Arzt und Kämpfer gegen sexuelle Gewalt

Die Gewinner der Nobelpreise haben am Montag ihre Auszeichnungen entgegengenommen. Besondere Aufmerksamkeit erlangte dabei der Arzt Denis Mukwege, Träger des Friedensnobelpreises. mehr »

TI-Anschluss verweigern und dann klagen

An den Konnektoren scheiden sich die Geister. Medi-Vorstand Dr. Werner Baumgärtner sucht jetzt die juristische Auseinandersetzung. Sein Ziel: Sicherheitslücken in den Geräten feststellen zu lassen. mehr »