Ärzte Zeitung online, 02.10.2009

Tunesische Politiker: Mekka-Reise verschieben wegen Schweinegrippe

KAIRO/TUNIS/RIAD (dpa). Aufgrund der Schweinegrippe werden sich in diesem Jahr deutlich weniger muslimische Pilger zur Wallfahrt nach Mekka aufmachen. Denn die Gesundheitsbehörden vieler islamischer Länder haben die Sorge, dass sich die Pilger im Gedränge vor den Heiligtümern mit dem Virus infizieren könnten.

Das tunesische Ministerium für religiöse Stiftungen rief am Freitag alle Gläubigen, die zu den heiligen Stätten nach Saudi-Arabien wallfahrten wollten, auf, diese Reise um ein Jahr zu verschieben.

Der ägyptische Gesundheitsminister Hatem al-Gabali hatte am Vortag erklärt, diese Wallfahrt ("Hadsch") im November müsse für seine Landsleute dieses Jahr ausfallen, falls die internationalen Pharmakonzerne bis Mitte Oktober keinen Grippe-Impfstoff an Ägypten geliefert haben sollten.

Die Tourismusindustrie von Saudi-Arabien, die dem "Hadsch" alljährlich den Großteil ihrer Einnahmen verdankt, hatte schon vor Wochen erklärt, die Zahl der Buchungen für die Wallfahrtssaison sei in diesem Jahr wegen der Angst vor einer Ausbreitung der Schweinegrippe deutlich niedriger als sonst. Auf dem Höhepunkt der Wallfahrt halten sich normalerweise gleichzeitig zwischen zwei und drei Millionen Menschen an den heiligen Stätten in Mekka und Medina auf.

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