Ärzte Zeitung online, 05.10.2009

Bundeswehrsoldat stirbt an Spätfolgen eines Attentats in Afghanistan

BERLIN (dpa). Ein 24 Jahre alter Bundeswehrsoldat ist an den Spätfolgen eines Selbstmordanschlags der radikalislamischen Taliban in Afghanistan gestorben. Der Fallschirmjäger war bereits am 6. August 2008 bei einem Attentat schwer verletzt worden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag in Berlin.

Zwischenzeitlich war der 24-Jährige außer Lebensgefahr - dann verschlechterte sich sein Zustand aber wieder. Bei dem Anschlag wurden damals drei Soldaten verletzt, zwei davon schwer. Damit sind bislang 36 Soldaten in Afghanistan ums Leben gekommen, davon 17 bei Anschlägen und Gefechten.

Die drei Soldaten der Luftlandebrigade 26 im Saarland hatten als Teil einer Patrouille ein liegen gebliebenes Bundeswehrauto bergen wollen. Währenddessen raste ein Attentäter mit seinem Motorrad durch eine Absperrung und sprengte sich in die Luft. Die beiden schwer verletzten Soldaten waren nicht weit von dem Sprengsatz entfernt. Sie erlitten Verbrennungen, Knochenbrüche und Lungenschäden und wurden direkt nach dem Vorfall im Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz behandelt. Die Taliban bekannten sich damals zu dem Attentat.

Der 24-Jährige war zunächst außer Lebensgefahr gewesen, hieß es aus Bundeswehrkreisen. Jedoch seien lebensgefährliche Spätfolgen bei Verbrennungsopfern nicht ungewöhnlich. Der ebenfalls damals schwer verletzte Kamerad sei auf dem "deutlichen Weg der Besserung".

Das Verteidigungsministerium erklärte, man wolle sich jetzt um die Trauerfeier für den 24-Jährigen kümmern. Der Tod des Soldaten zeige, wie gefährlich der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan sei. In der Region Kundus waren Bundeswehrsoldaten bereits häufiger Ziel von Anschlägen. Die Linksfraktion im Bundestag bezeichnete den Bundeswehreinsatz in Afghanistan als "unverantwortlich". Der Verbleib der Soldaten trage zur weiteren Eskalation der Situation bei.

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