Ärzte Zeitung online, 06.10.2009

Physik-Nobelpreis für Digitalkameras und Glasfaser-Kommunikation

STOCKHOLM (dpa). Der Nobelpreis für Physik geht in diesem Jahr an drei Forscher, die Digitalkameras und die schnelle Kommunikation über Glasfasern ermöglichten. Der gebürtige Chinese Charles Kao (Großbritannien, USA) legte die Grundlagen für die rasend schnelle Datenleitung über Glasfasern und erhält dafür eine Hälfte des Preises. Die Arbeiten von Willard Boyle (USA, Kanada) und George Smith (USA) führten zu lichtempfindlichen CCD-Chips in Digitalkameras, Scannern oder Faxgeräten.

Sie teilen sich die zweite Hälfte des Preisgeldes von knapp einer Million Euro (Zehn Millionen Schwedische Kronen). Beides seien "revolutionäre optische Technologien" teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm mit.

Sie würdigt damit die Grundlagen der modernen Kommunikation rund um den Globus via Telefon oder Internet. Alle drei Forscher sind bereits im Ruhestand - gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass das Siegerfoto von Usain Bolt bei der Leichtathletik-WM binnen Sekunden aufgenommen und in alle Welt übertragen wurde.

Boyle und Smith haben den CCD-Chip geschaffen: Wenn Licht auf seine Oberfläche fällt, sammeln sich an dieser Stelle elektrische Ladungen. Dies lässt sich elektronisch auslesen, in Messwerte umsetzen und speichern. Je stärker das einfallende Licht, umso stärker das resultierende Signal - so lässt sich eine Szene blitzschnell in ihre Helligkeitswerte übersetzen. Moderne Digitalkameras haben Chips mit mehr als zehn Millionen Feldern, die binnen Sekundenbruchteilen ausgelesen werden. Diese Technik hat die rund 150 Jahre alte chemische Fotografie binnen weniger Jahre fast vollständig abgelöst.

Dank Kaos können viele Signale als Lichtimpulse gleichzeitig und über weite Entfernungen durch feinste Leitungen aus Glas reisen. Das können Bilder, Texte, Telefonate, ganze CDs oder Anweisungen für eine ferngesteuerte Fabrik sein.

Im vergangenen Jahr hatten sich der US-Forscher Yoichiro Nambu und seine japanischen Kollegen Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa den Preis geteilt. Sie waren für fundamentale Erkenntnisse in der Teilchenphysik ausgezeichnet worden. Die Entdeckung und Erklärung bestimmter sogenannter Symmetriebrechungen hatte das Verständnis der Natur entscheidend verbessert.

Am Montag war der Medizin-Nobelpreis den US-Forschern Elizabeth Blackburn, Carol Greider und Jack Szostak zugesprochen worden, die bahnbrechende Entdeckungen zur Alterung von Zellen gemacht hatten. Am Mittwoch werden die Träger des Chemie-Nobelpreises benannt. Die feierliche Überreichung findet traditionsgemäß am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

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