Ärzte Zeitung online, 07.10.2009

Studie: Geisteswissenschaftler schlechter bezahlt

NÜRNBERG (dpa). Geistes- und Kulturwissenschaftler werden nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern meist schlechter bezahlt als andere Akademiker. Auch Sozialwissenschaftler müssten sich mit geringeren Gehältern als etwa Naturwissenschaftler zufriedengeben, geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor.

Das monatliche Nettogehalt von Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftlern liege im Schnitt bei 2300 Euro; Absolventen anderer Fachrichtungen kämen dagegen im Schnitt auf 2600 Euro, berichtete das IAB. Viele Geisteswissenschaftler seien jedoch der Auffassung, der Einkommensunterschied werde durch größere Arbeitszufriedenheit ausgeglichen. An der Studie hatte auch das Institut für Freie Berufe (IFB) mitgewirkt.

Auch der Weg in die Selbstständigkeit bringt Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaftler - anders als bei anderen Akademiker-Gruppen - meist keinen finanziellen Vorteil. Sie verdienten als Selbstständige in der Regel weniger als ihre angestellte Kollegen, während dies etwa bei Naturwissenschaftlern oder anderen akademischen Fachrichtungen meist umgekehrt sei.

Der IAB-Arbeitsmarktexperte und Mitautor der Studie, Frank Wießner, hat dafür zwei Erklärungen: "Das könnte ein Hinweis sein, dass sich viele nur aus der Not heraus selbstständig machen. Es kann aber auch einfach daran liegen, dass besonders viele selbstständige Geisteswissenschaftler in den vergleichsweise schlecht bezahlten Bereichen Kunst, Kultur, Verlagswesen und Bildung tätig sind."

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