Ärzte Zeitung online, 07.10.2009

Hobby-Spione sollen Überwachungskameras auswerten

LONDON (dpa). Videoüberwachung als Gewinnspiel: Internetnutzer auf der ganzen Welt sollen künftig die Bilder britischer Überwachungskameras beobachten. Melden sie eine Straftat, könnten sie umgerechnet bis zu 1100 Euro pro Monat kassieren. Ein Test startet im November im englischen Stratford-upon-Avon, wie das Unternehmen Internet Eyes auf seiner Homepage mitteilten.

Vor allem Einbrüche oder Vandalismus sollten so verringert werden. Gegner des Vorhabens fürchten jedoch, das Land werde zu einem "Schnüffelparadies".

Der Gründer von Internet Eyes, James Woodward, erklärte, viele Kameras würden nie überwacht. Das solle sich nun ändern. Internetnutzer können sich kostenlos anmelden und bekommen per Livestream Zugang zu den Bildern von privaten Kameras, die in Geschäften installiert sind. Erkennen die Hobby-Detektive eine Straftat, können sie die Besitzer alarmieren.

Allerdings müssen sie die Vorfälle schnell melden. Denn nur der erste bekommt Punkte gut geschrieben, wenn der Besitzer tatsächlich eine Straftat oder den Versuch bestätigt. Wer wiederholt fälschlicherweise eine Straftat meldet, soll gesperrt werden. Am Ende eines Monats werden die Gebühren, die die Kamerabesitzer für die Überwachung bezahlen, teilweise an die Hobby-Spione verteilt.

Topics
Schlagworte
Panorama (32846)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Demenz in D-Moll

Mit Demenzpatienten im Konzert? Viele Angehörige scheuen das. Das WDR-Orchester bietet beiden eine ganz besondere Konzertreihe - mit drei verschiedenen Formaten. mehr »

Wird die Apple Watch zum Herzrhythmus-Monitor?

Die neue Smartwatch von Apple verfügt über einen EKG-Sensor. Über eine weitere App erkennt sie Vorhofflimmern. Wie sehen mögliche Einsatzszenarien aus? mehr »

Abtreibungsgegner darf Ärzte nicht Mörder nennen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat einem katholischen Abtreibungsgegner Grenzen für Kritik an Ärzten aufgezeigt, die Schwangerschaftsabbrüche anbieten. mehr »