Ärzte Zeitung online, 09.10.2009

Sensation aus Oslo: Friedensnobelpreis an Barack Obama

OSLO (dpa). Sensation in Oslo: Das Nobelkomitee hat US-Präsident Barack Obama mit dem Friedensnobelpreis 2009 ausgezeichnet. Obama wird für seinen Einsatz zur "Stärkung der internationalen Diplomatie" geehrt. Obama habe ein "völlig neues internationales Klima geschaffen", hieß es in der Begründung. Besonderes Gewicht sei bei der Entscheidung auf Obamas Einsatz für eine Welt ohne Atomwaffen gelegt worden.

Der 48-jährige Obama hatte sich umgehend nach seinem Amtsantritt im Januar dieses Jahres um die politischen Brandherde rund um den Globus gekümmert. Er brach mit der Politik seines Vorgängers George W. Bush und setzte Zeichen der Entspannung und des Ausgleichs.

Der norwegische Komiteechef Thorbjörn Jagland sagte angesichts der noch sehr kurzen Präsidentschaft Obamas: "Alles, was er in seiner Zeit als Präsident angepackt hat, und wie sich das internationale Klima durch ihn verändert hat, ist schon mehr als Grund, ihm dem Friedensnobelpreis zu verleihen."

Das Komitee habe schon immer versucht, noch nicht abgeschlossene Entwicklungen für den Frieden zu stimulieren und zu fördern. Das sei auch bei den Vergaben an Bundeskanzler Willy Brandt und an den damaligen sowjetischen Parteichef Michail Gorbatschow der Fall gewesen. Der Preis ist mit umgerechnet knapp einer Million Euro dotiert.

Obama legte ein enormes Tempo nach dem Amtsantritt vor. Der erste farbige Präsident der USA präsentierte sich als ein Hoffnungsträger für eine friedlichere Welt. Er ordnete den amerikanischen Truppenabzug aus Irak an. Er bot den nach der Atombombe strebenden Iran und Nordkorea direkte Gespräche an.

An Russland sendete er Signale der Entspannung und verkündete schließlich den Verzicht auf das geplante globale Raketenschild, von dem sich Russland bedroht gefühlt hatte. Inzwischen verhandeln beide Länder wieder über den Abbau ihrer Nuklearwaffen. Dieser Initiative schließen sich auch andere Atommächte an.

Zwei besondere Höhepunkte in Obamas ersten Monaten waren die Reden in Prag und Kairo. In Prag formulierte Obama am 5. April die Vision einer atomwaffenfreien Welt. In Kairo reichte der US-Präsident der islamischen Welt die Hand zum Frieden. Der Aufruf zur Versöhnung wurde in der muslimischen Welt mit Beifall und Respekt bedacht.

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