Ärzte Zeitung online, 12.10.2009

Gene für Blutzellen entschlüsselt - 15 neue Genvarianten gefunden

GREIFSWALD (dpa). Wissenschaftler aus Deutschland und anderen Ländern haben Gene entschlüsselt, die sich auf die Anzahl und Größe der wichtigsten menschlichen Blutzellen auswirken. "Die Ergebnisse haben weit reichende Bedeutung für das Verständnis der Entstehung von vielen Erkrankungen",

Die Gene beeinflussten über die Größe und Anzahl der Blutzellen die Entwicklung von Krebszellen, aber auch das Risiko, einen Herzinfarkt zu bekommen, teilte Professor Andreas Greinacher vom Greifswalder Institut für Immunologie und Transfusionsmedizin am Sonntag mit. Die Ergebnisse wurden online vorab veröffentlicht und erscheinen im November in der gedruckten Ausgabe von "Nature Genetics".

In dem Gemeinschaftswerk von 80 Forschern unter Federführung des britischen Wellcome Trust Sanger Instituts wurden die Erbanlagen von rund 14 000 Menschen untersucht. Die Wissenschaftler analysierten mehr als zwei Millionen genetische Unterschiede und konnten 22 genetische Veränderungen herausfiltern, die für die Zahl und die Größe von Blutzellen von Bedeutung sind. Davon sind den Experten zufolge 15 Genvarianten weltweit erstmals identifiziert worden.

Von deutscher Seite waren an der Studie neben mehreren Greifswalder Instituten auch das Helmholtz Zentrum München, das Uniklinikum Kiel-Lübeck sowie die Universität Regensburg beteiligt.

Abstract der Studie "A genome-wide meta-analysis identifies 22 loci associated with eight hematological parameters in the HaemGen consortium"

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