Ärzte Zeitung online, 12.10.2009

Forscher wollen Hirn-Doping aus der Schmuddelecke holen

BERLIN (dpa). Gefahren und Chancen des sogenannten Neuro-Dopings sollten nach Ansicht von Wissenschaftlern nüchterner und liberaler diskutiert werden. Die Tatsache, dass bereits heute zahlreiche Gesunde nach Medikamenten zur Leistungsverbesserung ihres Gehirns greifen, zeige, dass es höchste Zeit sei, sich offen mit diesem Trend auseinandersetzen,

Das forderten sieben führende Forscher am Montag in Berlin. Ihr Memorandum "Das optimierte Gehirn" geht aus einem vom Bundesforschungsministerium finanzierten Projekt hervor und ist in der jüngsten Ausgabe der Zeitschrift "Gehirn und Geist" veröffentlicht.

Derzeit gibt es noch keine Substanz, deren leistungssteigernde Wirkung für Gesunde tatsächlich in Studien belegt werden konnte. "Wir vertreten die Ansicht, dass es keine überzeugenden grundsätzlichen Einwände gegen eine pharmazeutische Verbesserung des Gehirns oder der Psyche gibt", schreibt das Wissenschaftlerteam aus Medizinern, Philosophen und Juristen.

Anlass zur Sorge sei jedoch, dass es für die derzeit genutzten Psychopharmaka keinerlei Studiendaten über genaue Wirkung und langfristige Sicherheit gebe. Es sei dringend nötig, die derzeit nur verdeckt betriebene Forschung zu öffnen und so letztlich auch kontrollieren zu können.

www.gehirn-und-geist.de/memorandum

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