Ärzte Zeitung online, 15.10.2009

Welttag des Händewaschens - UNICEF: Händewaschen rettet Kinderleben

KÖLN/NEW YORK (dpa). Einfaches Händewaschen kann Hunderttausenden Kindern jedes Jahr das Leben retten. 1,5 Millionen Jungen und Mädchen unter fünf Jahren sterben alljährlich an Durchfallerkrankungen. Jeden Tag tötet Durchfall 4000 Kinder, vor allem in Afrika und Südasien.

"Händewaschen mit Seife kann Kindersterblichkeit durch Durchfall fast halbieren", heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von UN-Kinderhilfswerk UNICEF und Weltgesundheitsorganisation WHO.

Durchfall ist die Ursache für fast 20 Prozent aller Todesfälle bei Kleinkindern in Entwicklungsländern und zugleich die zweithäufigste Todesursache nach Atemwegs-Entzündungen. "An Durchfall sterben mehr Kinder als an Aids, Malaria und Masern zusammen", erklärte UNICEF am Mittwoch in Köln. Weniger als 40 Prozent der schwer erkrankten Kinder erhalten in den Entwicklungsländern eine einfache Zucker-Salz-Lösung, die das tödliche Austrocknen ihres Körpers stoppen könnte.

Zum "Welttag des Händewaschen" am 15. Oktober rufen zahlreiche Hilfsorganisationen in gut 80 Ländern zum regelmäßigen Händewaschen auf. Frühe Hygieneerziehung und Aufklärungskampagnen seien lebenswichtig, betonte Jürgen Heraeus als Vorsitzender von UNICEF Deutschland. "Händewaschen mit Seife ist der wirksamste und kostengünstigste Weg, um lebensgefährliche Durchfallerkrankungen zu verhindern."

Die Verhältnisse in Slums und Dörfern in den Entwicklungsländern müssten verbessert werden. Fast eine Milliarde Kinder hätten keinen Zugang zu ausreichenden sanitären Einrichtungen.

Mehr als 80 Prozent aller Todesfälle durch Durchfall bei Kleinkindern treten dem neuen Bericht zufolge in Afrika und Südasien auf. Am höchsten ist die Zahl der jungen Todesopfer in Indien, Nigeria und der Demokratischen Republik Kongo. Alljährlich komme es bei Kleinkindern weltweit zu 2,5 Milliarden Fällen von Durchfall-Erkrankungen. Häufige Durchfälle schädigen die gesamte Entwicklung der Kinder.

Mit dem zweiten "Welttag des Händewaschens" soll die Hygieneaufklärung in Entwicklungsländern verbessert werden. Maximal ein Drittel der Menschen in Entwicklungsländern nutzt laut UNICEF Seife zum Händewaschen, obwohl diese in den meisten Haushalten vorhanden ist. Ein Sieben-Punkte-Plan sieht auch vorbeugende Impfungen, eine bessere Ernährung von Babys, Zink-Gabe und eine verbesserte Trinkwasser-Versorgung vor.

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