Ärzte Zeitung, 21.10.2009
 

Spenden für Schulbänke, Uniformen und Bücher

Ihre Gesichter strahlten zurecht - Schüler aus allen Schulformen waren die Stars des festlichen Galaabends bei den "kinderwelten Awards 2009" in Leimen.

Von Marion Lisson

Spenden für Schulbänke, Uniformen und Bücher

Die Schüler aus Bad Wildungen gehören zu den Gewinnern.

Foto: kinderwelten

HEIDELBERG. Ihr soziales Engagement für andere beeindruckte alle: "Es herrscht oft die Meinung vor, dass Jugendliche unengagiert, zukunftspessimistisch und sogar gewaltbereit sind. Diesen Eindruck kann ich nicht teilen", machte Thomas Rühle, Vorsitzender der Geschäftsführung des Leimener Impfstoffherstellers Sanofi Pasteur MSD, deutlich. Das Gegenteil sei der Fall. Es begeistere, wie kreativ, engagiert und sozial fürsorglich sich Jugendliche für andere einsetzen würden.

500 Gäste aus Medizin, Sport, Wirtschaft und Kultur waren in die Festhalle nach Leimen, in der Nähe von Heidelberg, geladen. Mit den "kinderwelten Awards" zeichnet "kinderwelten" - die Sozialinitiative von Sanofi Pasteur MSD - seit 2007 junge Menschen für ihr soziales Engagement aus. In diesem Jahr hatten 181 deutsche und ausländische Schulen ihre Projekte zum Thema "Teilen lohnt sich" eingereicht. Zehn Schulen wurden mit den Awards und insgesamt 50 000 Euro Preisgeldern ausgezeichnet. Mindestens die Hälfte des Geldes fließt in die Hilfsprojekte der Gewinnerschulen, die restlichen 50 Prozent können die Schulen nach eigenen Wünschen einsetzen.

Die Schüler beeindruckten die Jury mit ihrem Einsatz

"Es ist schwer gefallen, unter all den Bewerbern die Gewinner zu ermitteln", gestand Jurymitglied und Kinder- und Jugendärztin Dr. Birgit Schmidt-Lachenmann bei der Preisverleihung. Dass so viele Schüler sich für andere engagierten, ja sogar manche Schulen das Fach "anderen helfen" auf dem Stundenplan hätten, habe die fünfköpfige Jury sehr beeindruckt. Es sei daher entschieden worden, noch ein paar außerplanmäßige Sonderpreise auszuloben.

Unter den Gewinnern waren beispielsweise die Grundschüler der hessischen Schule Breiter Hagen aus Bad Wildungen. Seit 1998 unterstützen sie ihre Altersgenossinnen in Simbabwe. Dort in Chibvuti konnten mit den Spenden bereits Schulmöbel, Schuluniformen und Bücher angeschafft werden. "Die müssen jetzt nicht mehr zu fünft in einer Zweier-Schulbank sitzen," berichtete eine der kleinen Preisträgerinnen stolz über ihr erfolgreiches Projekt.

Ein Projekt kümmert sich um Mädchen auf der Straße

Gewinner der weiterführenden Schulen wurde die Deutsche Evangelische Oberschule im ägyptischen Kairo. Es habe die Jury außerordentlich beeindruckt, wie sehr sich Schüler und Lehrer hier seit 1998 um Spenden bemühten, um ein Heim zu unterstützten, in dem über 100 Straßenmädchen untergebracht sind, so Dr. Gisela Gille, Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau und ebenfalls Jurymitglied. In Heidelberg berichteten die angereisten Delegierten der Oberschule in Kairo, dass es mittlerweile gelungen sei, den Kindern Unterricht zu ermöglichen.

"Es ist uns eine Ehre, die jungen Menschen in ihrem Engagement zu bestärken und zu unterstützen", freute sich Petra von Borstel, Vorsitzende des kinderwelten e.V.. Am Gala-Abend kamen noch einmal 80 000 Euro Spendengelder hinzu, die den Hilfsprojekten von "kinderwelten" zugutekommen sollen.

"Wenn Kinder aus eigenem Antrieb anderen helfen wollen, sollten wir sie darin auf jeden Fall bestärken", betonte auch die vielfache Boxweltmeisterin Regina Halmich, Schirmherrin der Gala-Veranstaltung in Leimen.

Topics
Schlagworte
Panorama (31030)
Organisationen
Sanofi-Aventis (1637)
Personen
Marion Lisson (322)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Wie Grippeviren ihr Erbgut steuern

Forscher haben nachgewiesen, wie Gene von Influenza-A-Viren an- und abgeschaltet werden. Die Erkenntnisse sollen die Entwicklung neuer Therapien vorantreiben. mehr »

6000 Euro Strafe für Informationen über Abtreibung

Wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche hat das Amtsgericht Gießen am Freitag eine ortsansässige Allgemeinärztin zu 6000 Euro Geldstrafe verurteilt. mehr »

Mehr Transparenz soll die Wogen der SPRINT-Studie glätten

Der Streit um die SPRINT-Studie hält an. Im Fokus steht die genutzte Methode der Praxisblutdruckmessung, um die sich Gerüchte rankten. Jetzt hat die SPRINT-Gruppe für mehr Transparenz gesorgt. mehr »