Ärzte Zeitung, 29.10.2009

Mit künstlicher DNA auf Einbrecherjagd

Bremen ist die Stadt mit den meisten Einbrüchen in Deutschland. Um die Täter zu finden, sollen nun Gegenstände mit Mikropunkten markiert werden.

Von Christian Beneker

Mit künstlicher DNA auf Einbrecherjagd

Falko Matte ©www.fotolia.de

BREMEN. Bremen geht per DNA auf Verbrecherjagd. In einem ersten Schritt in mehreren Schulen werden 1500 Computer und andere Geräte mit künstlicher DNA unsichtbar markiert. Potenzielle Diebe werden mit einem Warnschild über die Markierung informiert. Sollten die Gegenstände gestohlen werden, können sie anhand der nichtentfernbaren künstlichen DNA als Diebesgut identifiziert werden.

Jede Markierungsflüssigkeit enthält ebenso unverwechselbare "Mikropunkte". Sie können mit einem kleinen Mikrochip ausgelesen und eindeutig dem Käufer der Flüssigkeit zugeordnet werden. So kann die Polizei den registrierten Eigentümer feststellen - oder den Dieb. Die in Bremen verwendete DNA unterscheidet sich nicht von einer Analyse menschlicher DNA, so der Hersteller. Gegenstände wie der "Täter" seien auf Wochen mit der Flüssigkeit markiert.

Bremen verspricht sich von der Aktion, den Spitzenplatz unter den deutschen Ländern, was die Einbrüche angeht, zu verlassen. Laut Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) verzeichnete Bremen im vergangenen Jahr 10 699 geknackte Autos und 2876 aufgebrochene Wohnungen. In England und Holland hat die Abschreckung durch die DNA-Strategie bereits gewirkt. Dort gingen Eigentumsdelikte nach der Markierung um 80 Prozent zurück, hieß es. Das System soll auch die Zahl der Raubüberfälle auf Geschäfte reduzieren.

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