Ärzte Zeitung online, 28.10.2009
 

Datenpanne bei SchülerVZ größer als angenommen

BERLIN/HAMBURG (dpa). Die jüngste Datenpanne bei dem Online-Netzwerk SchülerVZ war größer als ursprünglich angenommen. Aus den Profilen der Netzwerk-Nutzer konnten nicht nur öffentliche, sondern auch private Daten "massenweise" ausgelesen werden, berichtet das Internet-Magazin Netzpolitik.org.

Die Betreiber des Netzwerks hatten das bislang wiederholt bestritten. Der Redaktion waren nun erneut 118 000 Datensätze von Berliner Schülern inklusive Geburtsdatum zugespielt worden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) bestätigte am Mittwoch inzwischen, dass die Datensätze aus dem Netzwerk SchülerVZ stammen. "Besonders brisant" sei es, dass auch sensible personenbezogene Daten darunter seien, die nur für Freunde freigeschaltet gewesen seien, teilte die vzbv mit. SchülerVZ war am Mittwoch für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Der ausgelesene Datensatz wird auch vom Berliner Datenschutzbeauftragten Alexander Dix geprüft. Es müsse nun geklärt werden, ob das Datenleck, aus dem die Daten ausgelesen werden konnten, noch besteht oder inzwischen geschlossen worden ist, sagte Dix. "Der Vorwurf hat nun eine völlig neue Qualität", sagte Dix. Sollte er sich bestätigen, würden die bisherigen Zusicherungen von SchülerVZ Lügen gestraft.

Netzpolitik.org hatte bereits vor rund zehn Tagen über das Datenleck bei SchülerVZ berichtet, nachdem der Redaktion ein Datensatz von 1,6 Millionen Datensätzen von SchülerVZ-Nutzern zugespielt worden war. Im Zuge der Ermittlungen war auch eine Person verhaftet worden, die den Betreiber mit den Daten erpressen wollte. SchülerVZ hatte stets zugesichert, dass private Daten, die die Schüler nur für ihre Freunde freischalten, von dem illegalen Zugriff nicht betroffen gewesen seien.

Lesen Sie dazu auch:
Warnung vor Datenmissbrauch nach Panne bei SchülerVZ

Topics
Schlagworte
Panorama (31017)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Progesteron-Gel kann Frühgeburt vermeiden

Sinkt der Progesteronspiegel in der Schwangerschaft zu früh, verursacht das wohl eine vorzeitige Wehentätigkeit und Geburt.Einige Frauen schützt eine vaginale Hormonapplikation davor. mehr »

Statine mit antibakterieller Wirkung

Die kardiovaskuläre Prävention mit einem Statin schützt möglicherweise auch vor Staphylococcus-aureus-Bakteriämien. Das hat eine dänische Studie ergeben. mehr »

Das steht in der neuen Hausarzt-Leitlinie Multimorbidität

Die brandneue S3-Leitlinie Multimorbidität stellt den Patienten als "großes Ganzes" in den Mittelpunkt – und gibt Ärzten eine Gesprächsanleitung an die Hand. mehr »