Ärzte Zeitung online, 29.10.2009

Datenschützer gegen Bluttests bei Daimler

FRANKFURT/HAMBURG (dpa). Datenschützer haben die Praxis von Bluttests in Bewerbungsverfahren beim Autobauer Daimler scharf kritisiert. Das Vorgehen von Daimler verstoße "gegen alle bestehenden Regeln des Datenschutzes", sagte Marit Hansen, stellvertretende Leiterin des Datenschutzzentrums Schleswig-Holstein. "Das ist ganz klar illegal. Die Daten müssen gelöscht und alle Betroffenen müssen informiert werden."

Der NDR hatte berichtet, dass Jobsuchende sich schon während des Bewerbungsverfahrens bei Daimler Blut abnehmen lassen müssen - ohne die Zusage für eine Stelle schon in der Tasche zu haben. "Der Jobsuchende hat gar keine reale Chance, die Untersuchung abzulehnen", sagte Hansen der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagsausgabe). Bewerber, die wegen der Gesundheitstests einen Job nicht bekommen, könnten jedoch "mit hohen Erfolgschancen klagen".

Auf Bewerbungsverfahren dürften medizinische Daten keinen Einfluss haben, sagte Hansen der Zeitung. Nur bei Berufsgruppen wie Ärzten gebe es Ausnahmen. In normalen Bewerbungsgesprächen dagegen dürften medizinische Daten nicht erhoben werden. Mit Blutproben seien von Gesundheitstests bis zur Genanalyse und der Prüfung von Verwandtschaftsverhältnissen viele Tests hinter dem Rücken der Mitarbeiter möglich.

Lesen Sie dazu auch:
Daimler weist Kritik an Bluttest bei Einstellung zurück

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