Ärzte Zeitung online, 04.11.2009

Hersteller belasteter Schnuller ändern Produktion

BERLIN (dpa). Mehrere Schnullerhersteller wollen künftig auf das hormonell wirksame Bisphenol A in ihren Produkten verzichten. Die Hersteller Mapa, dm-Drogerie Markt und Novatex kündigten an, die Produktion der Sauger bis zum Jahresende oder Anfang 2010 umzustellen. Das teilte die Umweltorganisation BUND am Dienstag in Berlin mit.

Zugleich nehmen die Handelskette Kaufland und Drogeriemärkte von Schlecker die fraglichen Schnuller aus den Regalen. Damit reagieren Hersteller und Händler auf eine Untersuchung im Auftrag des BUND Anfang Oktober, die in einer Reihe von Babyschnullern die Chemikalie nachweisen konnte.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konnte die kritisierte Belastung in ersten Versuchen nicht bestätigen. Dennoch sei die Chemikalie generell in Saugern vermeidbar und unerwünscht, so das Bundesinstitut. Hormonell wirksame Chemikalien wie Bisphenol A sind für Säuglinge und Kleinkinder gefährlich. Ihre Körper können Schadstoffe noch nicht gut abbauen. Außerdem könnten die Stoffe die Entwicklung der Kinder stören, befürchten Fachleute.

Noch keine Umstellung seiner Produktion hat laut BUND hingegen das Unternehmen Philips, Hersteller der im Test am höchsten belasteten Schnuller der Marke AVENT, angekündigt. Der BUND forderte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner auf, Bisphenol A in Babyartikeln und in Produkten, die Kontakt mit Lebensmitteln haben, generell zu verbieten. Eltern empfiehlt der BUND, beim Schnuller-Kauf Produkte zu wählen, die als Bisphenol-A-frei gekennzeichnet sind.

Bei den Analysen Anfang Oktober waren in den Saugteilen von Latex- Schnullern der Marken Babysmile, Baby-Nova, Babylove und NUK sowie in einem der untersuchten Silikon-Produkte der Marke AVENT Bisphenol-A-Konzentrationen zwischen 80 und 400 Milligramm pro Kilogramm gefunden worden. Eine zweite Untersuchung zeigte, dass sich die Chemikalie durch Kontakt mit Speichel aus den Schnullern löst, sodass mit einer Aufnahme durch Babys und Kleinkinder zu rechnen sei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Welche Reformen sind dringend notwendig?

Bürgerversicherung, Regressrisiko, GOÄ: Unsere Leser haben abgestimmt, welche Themen in der Gesundheitspolitik die nächste Bundesregierung unbedingt anpacken sollte. mehr »

Patienten sollen für Infos zahlen

Patienten und Angehörige sind bei beratungsintensiven Erkrankungen häufig hilflos. Viele Akteure versuchen, neutrale Angebote im Internet bereitzustellen. Ein Biologe will nun Beteiligte auf einer Plattform zusammenführen. mehr »