Ärzte Zeitung online, 06.11.2009

Journalistenverband fordert Ende von Bluttests

BERLIN/HAMBURG (dpa). Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die ARD-Rundfunkanstalten dazu aufgefordert, Bluttests bei Bewerbern abzuschaffen. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass der Norddeutsche Rundfunk (NDR) bei einem Gesundheitscheck auch Blut von neuen Mitarbeitern abnimmt.

Diese Untersuchung erfolge nach der Jobzusage, aber noch vor der Vertragsunterzeichnung und unterliege der ärztlichen Schweigepflicht, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender. Der DJV bezeichnete die Tests als überzogen. "Der Journalistenberuf bringt zwar besondere Verantwortung mit sich, Blut muss dafür aber im Normalfall nicht fließen", sagte DJV-Vorsitzender Michael Konken.

In der vergangenen Woche hatten NDR-Reporter aufgedeckt, dass sich Jobsuchende beim Autohersteller Daimler schon während des Bewerbungsverfahrens Blut abnehmen lassen müssten. Seitdem wird zwischen Arbeitsrechtlern, Datenschützern und Unternehmen diskutiert, welche Untersuchungsergebnisse dem Arbeitgeber bekannt sein dürfen.

Die Experten befürchten, dass auch Informationen über Schwangerschaften oder Gen-Defekte erlangt werden können. Ein Bericht von Datenschützern über die Praxis bei Daimler wird in der kommenden Woche erwartet.

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