Ärzte Zeitung online, 11.11.2009

Fall Kalinka: Deutscher Arzt bleibt in Haft

PARIS (dpa). Der nach Frankreich entführte Deutsche Dieter K. bleibt trotz einer Intervention der Bundesregierung vorerst weiter in Haft. Das entschied am Dienstag ein Pariser Gericht nach einer mehrstündigen Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Der 74-jährige Mediziner soll seine 15-jährige Stieftochter Kalinka 1982 getötet haben. Der leibliche Vater des Mädchens hatte ihn im Oktober gewaltsam nach Frankreich entführen lassen, um ihn dort der Justiz zu übergeben.

Dieter K. war 1995 in Frankreich wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Eine Tötungsabsicht erkannten die Richter nicht. Der Verurteilte wurde nie nach Frankreich ausgeliefert. Die deutsche Justiz stellte ein eigenes Ermittlungsverfahren im Fall Kalinka ein. Das Verfahren in Frankreich soll nun neu aufgerollt werden. Die Bundesregierung setzte sich vergeblich für die Freilassung des 74-Jährigen ein.

1997 wurde Dieter K. in Deutschland wegen einer anderen Sexualstraftat verurteilt. Er bekam zwei Jahre Haft auf Bewährung, weil er eine 16-Jährige mit Schlafmitteln ruhiggestellt und vergewaltigt hatte.

Gegen Kalinkas leiblichen Vater hat die französische Justiz wegen der Entführung ein Verfahren eingeleitet. Die deutsche Justiz erließ internationalen Haftbefehl gegen ihn.

Lesen Sie dazu auch:
Selbstjustiz: Franzose entführt aus Rache deutschen Arzt

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