Ärzte Zeitung online, 11.11.2009

Zehn Jahre Rechtsstreit: Französische Lesbierin darf adoptieren

PARIS (dpa). Eine lesbische Frau aus Frankreich darf nach einem mehr als zehn Jahre dauernden Rechtsstreit nun doch ein Kind adoptieren. Das entschied ein Gericht am Dienstag. Emanuelle B., eine 48 Jahre alte Grundschullehrerin, die seit mehr als zwei Jahrzehnten mit ihrer Freundin zusammenlebt, bekommt die Adoptionsgenehmigung allerdings als Alleinstehende.

Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare sind in Frankreich weiterhin nicht möglich. Emanuelle B. war bereits durch mehrere juristische Instanzen gegangen.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hatte Frankreich im Januar 2008 zu einem Schmerzensgeld in Höhe von 10 000 Euro verurteilt, weil die zuständige Behörde den Adoptionsantrag der lesbischen Lehrerin abgelehnt hatte. Dies sei ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot, hieß es im Urteil. Nach französischem Recht dürften auch Unverheiratete Kinder adoptieren. Nirgendwo sei festgeschrieben, dass ein Vater Voraussetzung für eine Adoption sei.

Topics
Schlagworte
Panorama (32201)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Aktionsplan soll Gesundheitskompetenz stärken

15:00Gesundheitsinfos sind in vielfältiger Form der Bevölkerung heute zugänglich. Doch mit der richtigen Einordnung und Umsetzung hapert es oft. Das soll sich ändern. mehr »

Hepatitisviren lauern auf Fingernägeln und Nagelscheren

HBV-Infizierte sollten ihre Nagelscheren nicht mit anderen teilen – offenbar besteht ein Infektionsrisiko. Auch bei Zahnbürsten und Rasierapparaten gilt Vorsicht. mehr »

Infarktgefahr durch schnellen Anstieg von Stickoxiden

Hohe Stickoxidkonzentrationen in der Umgebungsluft können unter anderem das Herzinfarktrisiko erhöhen. Aber auch ein schneller NO-Anstieg scheint gefährlich zu sein. mehr »