Ärzte Zeitung online, 12.11.2009

Abtreibungs-Debatte: Spaniens Kirche warnt Abgeordnete vor Ketzerei

MADRID (dpa). Im Streit um die geplante Liberalisierung des Abtreibungsrechts in Spanien setzt die katholische Kirche nun das Parlament unter Druck. Die katholischen Abgeordneten, die der umstrittenen Reform zustimmen sollten, werden sich der Ketzerei schuldig machen, warnte die Bischofskonferenz nach Medienberichten vom Donnerstag in Madrid.

"Wer das neue Gesetz im Parlament unterstützt, begeht eine Todsünde und kann nicht länger die heilige Kommunion empfangen", betonte der Generalsekretär der Bischöfe, Juan Antonio Martínez Camino.

Dies bedeute nicht, dass die Kirche die Exkommunikation dieser Abgeordneten veranlassen werde, sagte er. Mit dem Ausschluss aus der Gemeinschaft der Gläubigen werde nach Kirchenrecht aber jeder bestraft, der sich an einem Schwangerschaftsabbruch beteilige, ergänzte er mit Blick auf Frauen und Ärzte. Spanien soll nach dem Willen der sozialistischen Regierung eines der liberalsten Abtreibungsgesetze in Europa erhalten. Die Abstimmung im Parlament ist noch dieses Jahr geplant.

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