Ärzte Zeitung online, 19.11.2009

Rotes Kreuz: Tausende Albinos in Ostafrika bedroht

NAIROBI (dpa). Tausende Albinos sind in Ostafrika ständig auf der Flucht - wegen ihrer weißen Haut müssen sie fürchten, Opfer eines Ritualmords zu werden. Nach einem vor allem in Tansania verbreiteten Aberglauben besitzt das Blut der Albinos magische Kräfte.

Viele der Menschen mit Pigmentstörung versteckten sich in ihren Häusern und wagten nicht mehr, am öffentlichen Leben teilzunehmen, teilte der Internationale Bund von Rotem Kreuz und Rotem Halbmond am Donnerstag mit. Etwa 300 Kinder und Jugendliche lebten unter oft elenden Bedingungen in Sonderschulen und Notunterkünften der Polizei. Bis zu zehntausend Albinos könnten nicht reisen, Handel treiben oder auf ihren Feldern arbeiten.

In den vergangenen zwei Jahren wurden in Tansania und Burundi nach offiziellen Angaben 56 Albinos getötet. Medizinmänner stellten aus ihrem Blut und Körperteilen "Wundermedizin" her. Die von Albinismus Betroffenen würden nicht nur diskriminiert oder Opfer des tödlichen Aberglaubens, sagte Peter Mlebusi vom tansanischen Roten Kreuz. Sie hätten außerdem ein hohes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Den an der Erbkrankheit Leidenden fehlt das hautfärbende Pigment Melanin, weshalb sie meist eine sehr helle Haut und weiße Haare haben. Sie haben daher keinerlei natürlichen Schutz gegen die Sonne. In Afrika kommt nach Schätzungen der südafrikanischen Albinismus-Vereinigung aus dem vergangenen Jahr ein Albino auf 4000 Menschen, andere Schätzungen sprechen von einem Verhältnis von eins zu 17 000.

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Hunde im MRT hygienischer als bärtige Männer

Ist es hygienisch, Hunde in MRT-Scanner zu legen, mit denen primär Menschen untersucht werden? Ja, legt eine Studie nahe: Bärtige Männer bergen höhere Kontaminationsrisiken. mehr »

Starke Konzentration wird im Fall Valsartan zum Klumpenrisiko

Noch ist die Risikobewertung im Fall Valsartan nicht abgeschlossen. Aber der Vorgang zeigt die Risiken der starken Marktkonzentration. mehr »

Die Gesundheit der Bombenkinder

Seit Jahrzehnten berichten viele Hibakusha – so nennt Japan seine Atombombenopfer – regelmäßig vor Schülern und Interessierten aus dem In- und Ausland von dem Grauen, das sie und ihre Angehörigen erlebten. mehr »