Ärzte Zeitung online, 20.11.2009

Fünf Urzeit-Krokodile in der Sahara entdeckt

WASHINGTON (dpa). Spektakulärer Fund in der Sahara: US-Forscher haben die Fossilien von Krokodilen mit Stoßzähnen und Entenschnäbeln aus der Zeit der Dinosaurier entdeckt. Drei der fünf Krokodilarten waren bisher unbekannt. Die bis zu sieben Meter langen Reptilien lebten vor etwa 100 Millionen Jahren auf dem Urkontinent Gondwana.

Ein amerikanisches Forscherteam um den Paläontologen Paul Sereno von der Universität Chicago stellt die fünf aufsehenerregenden Fossilien sowie eine verwandte sechste Art im US-Magazin "National Geographic" (Novemberausgabe) vor.

Die Wissenschaftler benannten die Krokodile entsprechend ihrem Aussehen, das sie an Wildschweine, Enten, Ratten, Hunde und einen Pfannkuchen erinnerte. Auf den sieben Meter langen, mit Stoßzähnen ausgerüsteten Fleischfresser "BoarCroc" (Kaprosuchus saharicus) stieß das Team in der Sahara von Niger. Ebenso wie "BoarCroc" war auch der nur einen Meter lange Pflanzen- und Wurmfresser "RatCroc" (Araripesuchus rattoides) bisher unbekannt. Fossilien dieser Art fanden Sereno und Kollegen in Marokko.

Einen Schädel, der so flach ist wie ein Pfannkuchen und allein schon einen Meter misst, hatte der insgesamt sieben Meter lange Fischfresser "PancakeCroc" (Laganosuchus thaumastos). Die Forscher entdeckten Überreste dieser ungewöhnlichen Krokodilart erstmals in Niger und Marokko. Kostbare Fossilien der bereits bekannten Urzeit-Tiere "DuckCroc" (Anatosuchus minor) und "DogCroc" (Araripesuchus wegeneri) gruben sie in der Sandwüste von Niger aus.

Die modernen Verwandten dieser Millionen Jahre alten Krokodile leben heute noch in Madagaskar, Ägypten, Argentinien und anderen Ländern von Südamerika. Das heißt, sie blieben auf die Kontinente beschränkt, die aus Gondwana entstanden. Dass Krokodile nicht, wie Dinosaurier, vor etwa 60 Millionen ausstarben, liegt nach Meinung der Paläontologen an ihrer Fähigkeit, auf dem Land und unter Wasser zu leben.

Anders als heutige Krokodile hatten die Urzeit-Arten relativ hohe Beine direkt unter ihrem Körper - nicht seitwärts herausragend - und waren dadurch sehr schnell zu Fuß. Ihr kräftiger Schwanz wiederum befähigte sie, sich im nassen Element so leicht und schnell zu bewegen wie ein Fisch. "Ihr ursprüngliches Unterwassertalent mag der Schlüssel für das Verständnis dafür sein, warum sie sich so gut weiterentwickelten und die Ära der Dinosaurier überlebten", schreibt Sereno in "National Geographic".

Topics
Schlagworte
Panorama (32413)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Fischkuss bringt Angler fast um

Ein Hobbyfischer zieht eine kleine Seezunge aus dem Wasser. Kurz darauf steht sein Herz still – aber nicht vor lauter Anglerglück, wie Ärzte bald herausfinden. mehr »

CRISPR/Cas-Methode - Zwischen Zauberwerk und Hexenkunst?

Die CRISPR/Cas-Methode könnte hohen therapeutischen Nutzen stiften. Sie lässt aber auch Allmachtsfantasien blühen. Der Ethikrat sieht dies skeptisch und fordert mehr Regulierung. mehr »

Deutsches Gesundheitssystem mit Luft nach oben

Deutschland hat sein Gesundheitssystem seit der Jahrtausendwende verbessert, so eine Studie. Im Vergleich mit anderen Ländern hinkt es aber hinterher – insbesondere bei einer Krankheit. mehr »