Ärzte Zeitung online, 23.11.2009

Austritt von Radioaktivität in US-Meiler

WASHINGTON (dpa). In einem Kernkraftwerk bei Harrisburg im US-Bundesstaat Pennsylvania ist am Wochenende Radioaktivität ausgetreten. 150 Arbeiter des Kraftwerks wurden vorsichtshalber nach Hause geschickt, berichtete der Sender CNN am Sonntag unter Berufung auf den Betreiber Exelon Nuclear.

Es habe aber keinerlei Gefahr für die Gesundheit bestanden, teilte des Energieunternehmen weiter mit. Das Kraftwerk "Three Mile Island" war im März 1979 Schauplatz des bisher schlimmsten Atomunfalls in den USA, als es in einem Reaktorblock zu einer teilweisen Kernschmelze kam.

Gesundheitsschäden wurden damals weder bei Arbeitern noch bei Anwohnern festgestellt. Dennoch sind in den USA seitdem keine neuen Kernkraftwerke mehr gebaut worden.

Der Erklärung des Betreibers zufolge war es in einem Teil der Anlage, die seit Ende Oktober wegen Wartungsarbeiten geschlossen ist, am Samstag plötzlich zu einem Strahlungsalarm gekommen. Ein Monitor habe für kurze Zeit einen leichten Anstieg von Radioaktivität gemessen, dann aber wieder einen normalen Stand registriert. Zwei weitere Kontrollgeräte hätten überhaupt keine erhöhte Strahlung festgestellt.

Einer der Wartungsarbeiter sei einer Strahlung von 16 Millirem ausgesetzt gewesen, hieß es weiter. Die Obergrenze der zulässigen jährlichen Dosis für Exelon-Arbeiter liege bei 2000 Millirem. Bei Röntgenaufnahmen der Brust werden Patienten jeweils einer Strahlenbelastung von sechs Millirem ausgesetzt, zitierte CNN die nukleare US-Kontrollbehörde NRC. Sie will den Vorfall nun untersuchen.

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