Ärzte Zeitung online, 23.11.2009

Forscher vermuten in der Tiefsee größten Siedlungsraum für Leben

NEW YORK (dpa). In den scheinbar unwirtlichen Tiefen der Weltmeere haben Forscher inzwischen 17 650 Tierarten entdeckt. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher des internationalen Projekts Census of Marine Life.

Dort wird seit 2000 eine "Volkszählung" unter Wasser durchgeführt. "Die Tiefsee ist das größte zusammenhängende Ökosystem der Welt und der größte Siedlungsraum für Leben. Sie ist aber zugleich auch das am wenigsten erforschte", sagt Chris German von dem Projekt. Nach der neuen Zwischenbilanz soll der Abschlussbericht 2010 vorgelegt werden.

Von den 17 650 registrierten Tierarten der Tiefsee leben 5722 unter 1000 Metern, die restlichen fanden sich in Regionen unter 200 Metern, teilten die Experten am Sonntag mit. Bereits dort ist die Dunkelheit so groß, dass es keine Pflanzen mehr gibt.

"Um in der Tiefe zu überleben, müssen die Tiere kärgliche und neue Nahrungsressourcen finden. Und ihre große Vielfalt zeigt, wie viele Möglichkeiten es gibt, sich anzupassen", sagt Robert Carney von der staatlichen Universität des US-Bundesstaates Louisiana. Insgesamt sind rund 1000 Meeresbiologen aus 70 Ländern an dem Projekt beteiligt.

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