Ärzte Zeitung online, 23.11.2009

Test: Weniger Pestizide in Trauben

HAMBURG (dpa/eb). Tafeltrauben sind nach Untersuchungen der Umweltorganisation Greenpeace deutlich weniger mit Giftstoffen belastet als noch vor sechs Jahren. Zum ersten Mal seit Beginn der jährlichen Greenpeace-Pestizidtests überschreite keine der Traubenproben die akute Referenzdosis (ARfD), teilte die Organisation am Montag mit.

Bei der ersten Untersuchung im Jahr 2003 hätten noch 14 Traubenproben über der ARfD gelegen. Allerdings sei der Anteil der Tafeltrauben ohne Pestizidrückstände weiter gering. Nur zwei der 30 konventionellen Proben seien unbelastet, betonte Chemie-Experte Manfred Santen.

Besorgniserregend findet die Organisation allerdings Mehrfachbelastungen. Diese seien toxikologisch bedenklich, weil mögliche Kombinationswirkungen der Pestizide auf die Gesundheit noch weitgehend unerforscht seien. Es dürfe nicht sein, dass in einer einzigen Weintraube bis zu 13 verschiedene Pestizide zu finden seien, monierte Santen.

In einer Probe eines Kölner Supermarktes wurde den Angaben zufolge die erlaubte Höchstmenge für das Nervengift Chlorpyrifos überschritten. Rechtlich seien diese Trauben gar nicht verkehrsfähig, so Greenpeace. Gegen den Mutterkonzern des Supermarktes habe man Anzeige erstattet.

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