Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Studentenproteste geraten in die Kritik

BERLIN (dpa). Nach viel Verständnis für die derzeit laufenden Studentenproteste wird nun auch Kritik laut. Die Studierenden seien "furchtbar ungeduldig", sagte die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Margret Wintermantel, am Dienstag im Deutschlandradio Kultur.

Derzeit mischten sich vernünftige Forderungen mit anderen, die mehr mit einer "allgemeinen Unzufriedenheit" zu tun hatten, so Wintermantel. Dazu zähle der Vorwurf der Ökonomisierung der Wissenschaft und der Hochschulen. Der von den Studenten erhobene Vorwurf der Entdemokratisierung an den Unis sei zudem "barer Unfug".

Wintermantel beklagte auch die teils mangelnden Umgangsformen. So sei sie bei einer Debatte mit Studenten am Montag in Leipzig angeschrien worden. Der dpa sagte Sie: "Ich kann verstehen, wenn die Studierenden sich um ihre Studienbedingungen kümmern. Mein Eindruck ist aber derzeit, dass es wenig konkrete Forderungen gibt, sondern eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Studiensituation. Das macht mir schon Sorgen."

Die HRK tagt am heutigen Dienstag in Leipzig. Mehrere tausend Studenten wollen dort vor allem gegen die inhaltliche Überfrachtung der neuen Bachelor-Studiengänge und gegen Studiengebühren demonstrieren.

Leipziger Studenten wollen die Besetzung ihres Rektorats an der Universität für unbestimmte Zeit fortsetzen, bestätige ein Sprecher am Dienstag. In Bochum räumte die Polizei derweil am frühen Morgen das von Studenten besetzte Audimax der Ruhr-Universität.

Lesen Sie dazu auch:
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Schavan plädiert für Bildungssparen

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