Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Pieper plädiert für Bildungsgutscheine

BERLIN (dpa). Die stellvertretende FDP-Vorsitzende Cornelia Pieper geht im Streit um das geplante Betreuungsgeld auf Konfrontationskurs mit der Union. In der "Frankfurter Rundschau" und der "Bild"-Zeitung verlangte sie die Einführung von Gutscheinen für die Förderung für Familien, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen.

Auf dem Weg zu der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) propagierten "Bildungsrepublik" seien Gutscheine für Bildung besser, als "mit der Gießkanne Geld zu verteilen", sagte sie der "Bild". Vor allem in bildungsfernen Haushalten kämen Gutscheine Kindern zugute: "Geld an die Familien mindert die Chancengerechtigkeit, schafft keine Anreize, etwaige Betreuungsangebote anzunehmen, und verstärkt somit soziale Selektion", sagte Pieper der "Frankfurter Rundschau".

Merkel hatte am Samstag auf einem CDU-Landesparteitag gesagt, Familien müssten selbst darüber entscheiden dürfen, wie sie das Geld verwenden. "Wenn wir diese Diskussion anfangen, dass man Familien nicht mehr zutrauen kann, (...) damit etwas Vernünftiges zu machen - dann tun wir etwas, was mit meinem Menschenbild zumindest nichts zu tun hat." Dies war als Abrücken von früheren Aussagen Merkels zum Betreuungsgeld und als Plädoyer für Barzahlung verstanden worden. Am Montag hatte Merkel eine Kursänderung in Sachen Betreuungsgeld bestreiten lassen.

CDU, CSU und FDP haben sich im Koalitionsvertrag verständigt, ab 2013 allen Eltern, die Kinder bis zu drei Jahren nicht in einen Kindergarten geben, sondern sie selbst betreuen, ein Betreuungsgeld in Höhe von monatlich 150 Euro zu Verfügung zu stellen.

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