Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Hinrichtungen im chinesischen Milchskandal

PEKING (dpa). In dem Skandal um verseuchtes Babymilchpulver in China sind am Dienstag zwei Verantwortliche hingerichtet worden. Das Volksgericht in Shijiazhuang teilte nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua mit, dass zuvor die im Januar verhängten Todesstrafen vom Obersten Gericht in Peking bestätigt worden seien.

Durch das gepanschte Babymilchpulver waren im vergangenen Jahr mehr als 300 000 kleine Kinder erkrankt und mindestens sechs Säuglinge gestorben. Der Milch war die Industriechemikalie Melamin beigemengt worden, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen.

In dem Skandal waren 21 Menschen vor Gericht gestellt und verurteilt worden. Außer den beiden jetzt vollstreckten Todesstrafen wurde eine weitere für zwei Jahre ausgesetzt. Sie dürfte - wie in China üblich - in lebenslange Haft umgewandelt werden. Außerdem wurden drei lebenslange Strafen verhängt. 15 weitere Haftstrafen reichten von 2 bis 15 Jahre.

Einer der beiden Hingerichteten, der 770 Tonnen Proteinpulver produziert und 600 Tonnen davon an Milchpanscher verkauft hatte, war wegen Gefährdung der öffentlichen Sicherheit verurteilt worden. Dem andere war angelastet worden, 900 Tonnen mit 434 Kilogramm Melamin verseuchte Milch an das Unternehmen Sanlu verkauft zu haben, das im Mittelpunkt des Skandals stand.

Die frühere Chefin von Sanlu, die wegen der Herstellung und des Verkaufs von qualitativ schlechter Milch verurteilt worden war, hatte eine lebenslange Haftstrafe erhalten.

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