Ärzte Zeitung online, 24.11.2009

Europaweite Studie zu riskantem Jugendverhalten

HEIDELBERG (dpa). Was treibt Jugendliche zu Alkoholexzessen und Selbstmordgedanken? Mit einer europaweiten Studie will das Universitätsklinikum Heidelberg die Gründe erforschen und die Prävention auf Basis der Ergebnisse verbessern.

Die Studie sei ein wichtiger Beitrag zur Jugendgesundheit in Europa, sagte der Leiter der Kinder- und Jugendpsychiatrie Franz Resch am Dienstag in Heidelberg. Die Europäische Kommission fördert das Projekt "Saving und Empowering Young Lives in Europe" (SEYLE) den Angaben zufolge mit rund drei Millionen Euro.

Die Befragung startet im Januar 2010 in elf europäischen Ländern. Insgesamt sollen über einen Zeitraum von einem Jahr mehr als 11 000 Schüler im Alter von 14 bis 16 Jahre befragt werden. Diese Altersgruppe weise einen "Gipfel an Risikoverhalten" auf, erklärte Studienleiter Romuald Brunner. In Deutschland werden repräsentativ rund 1000 Schüler im Großraum Heidelberg befragt.

Die Heidelberger Kinder- und Jugendpsychiatrie erforscht seit längerem Gründe für Selbstmordgedanken und risikoreiches Verhalten bei Teenagern. So gab es von September 2004 bis Januar 2005 eine Befragung der Schüler der 9. Klassenstufe aller Förder-, Haupt-, Realschulen und Gymnasien im Rhein-Neckar-Kreis.

Gesammelt wurden unter anderem Daten zu Alkohol- und Tabakkonsum, Selbstverletzungen und Diäten. Insgesamt beteiligten sich rund 5500 Jugendliche von 116 Schulen, das Durchschnittsalter lag bei 15,2 Jahren.

Ergebnisse der Studie im Internet: http://tinyurl.com/ybkyfok

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