Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

Islamisten: UN sollen Hilfen einstellen

MOGADISCHU (dpa). Die radikalislamische Al-Shabab-Miliz hat das UN-Welternährungsprogramm WFP ultimativ aufgefordert, seine Hilfslieferungen in Somalia einzustellen. "Wir haben entschieden, dass das WFP aufhören muss, Lebensmittel auf somalisches Territorium zu bringen", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der Miliz.

Die WFP müsse außerdem aufhören, von somalischen Bauern Agrarerzeugnisse zu kaufen, die für Hilfsbedürftige gedacht sind. Die Miliz kontrolliert weite Teile im Süden und Zentrum des afrikanischen Krisenstaates und steht dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe. Ein WFP-Sprecher in Nairobi wollte zunächst keine Stellungnahme abgeben.

Die Extremisten geben an, die externen Lebensmittelhilfen seien schädlich für die Landwirtschaft in Somalia. Somalische Bauern würden demotiviert, ihr Land zu bestellen. Zugleich warnten die Islamisten heimische Geschäftsleute, weiter mit der UN-Organisation zusammenzuarbeiten. Das WFP solle all seine Lager in Somalia räumen, hieß es. Das Ultimatum gelte vom 1. Januar an.

Radikalislamische Gruppen wie die Al-Shabab-Miliz kämpfen in Somalia um die Macht. Die von UN und Afrikanischer Union (AU) gestützte Übergangsregierung kann sich nur mit Hilfe von AU-Friedenstruppen an der Macht halten. Somalia hat seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Von den knapp acht Millionen Einwohnern sind etwa 1,5 Millionen auf der Flucht, schätzungsweise 19 000 Zivilisten kamen seit Anfang 2007 ums Leben.

Topics
Schlagworte
Panorama (33043)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Jeder dritte Brustkrebs im MRT übersehen

MRT-Bilder helfen, Brustkrebs früh aufzuspüren – doch in vielen Fällen gelingt das nicht. Eine niederländische Studie ergab: Jedes dritte Karzinom ist im MRT übersehen worden. mehr »

Neun Millionen Klinik-Infektionen jährlich

15:41Infektionen in Kliniken und Pflegeheimen sind in Europa ein großes Problem. Jährlich infizieren sich dort rund neun Millionen Bürger, berichtet die EU-Seuchenbehörde. Zwei Gründe sind dafür ausschlaggebend. mehr »

Bangen und Hoffen bei Auslands-Briten

Das Ringen um einen Brexit-Vertrag geht auf die Zielgerade. Doch für EU-Bürger auf der Insel und Auslands-Briten ist es eine Zeit des Wartens. Das macht Großbritannien für qualifizierte Fachkräfte nicht attraktiver, meine unser Blogger Arndt Striegler. mehr »