Ärzte Zeitung, 02.12.2009

Ausflug auf den Bio-Hof für Großstadtkinder

Die Stiftung der TV-Köchin Sarah Wiener setzt sich jetzt für bessere Ernährung an Berliner Schulen ein.

Von Angela Mißlbeck

BERLIN. Gesunde Ernährung kommt an vielen Schulen in Deutschland bisher noch zu kurz. An 40 weiterführenden Schulen in Berlin soll sich das nun ändern: Die Sarah Wiener-Stiftung "Für gesunde Kinder und was Vernünftiges zu essen" bildet an 20 Gymnasien und 20 Oberschulen in der Hauptstadt jetzt Lehrer und Erzieher fort.

Im Anschluss sollen die pädagogischen Fachkräfte ihren Schülern regelmäßige drei Monate dauernde Koch- und Ernährungskurse anbieten. Geplant sind auch Projekttage. Das Fortbildungsprojekt wird von der AOK Berlin unterstützt. Das Landwirtschaftsministerium fördert zudem Schulausflüge zu nahegelegenen Bio-Bauernhöfen, damit die Großstadtkinder selbst sehen können, woher Milch oder Kartoffeln kommen.

Eine Erhebung zur Schulverpflegung in Berlin hat ergeben, dass beim Schulessen Obst, Rohkost, Fisch und Vollkornprodukte fehlen. Schulessen wird zwar an 98 Prozent der Grundschulen und 56 Prozent der weiterführenden Schulen in Berlin angeboten, doch die Erhebung zeigte, dass viele Schüler das Essensangebot nicht nutzen.

Die AOK Berlin, die die Studie finanziert hat, führt dafür Qualitäts- und Kostengründe an. Abhilfe soll nun das Projekt mit der Sarah Wiener-Stiftung schaffen. Die Stiftung engagiert sich seit 2007 für gesunde Ernährung von Kindern und Jugendlichen und stützt sich dabei auf Empfehlungen des Agrar-Informationsdienstes AID der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und des Forschungsinstituts Kinderernährung (FKE).

Topics
Schlagworte
Panorama (32838)
Organisationen
AOK (7536)
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Debakel für ASS

Acetylsalicylsäure schützt Ältere nicht vor Herz-Kreislauferkrankungen - im Gegenteil: Ihr Sterberisiko ist erhöht. Mit diesem Ergebnis überrascht die ASPREE-Studie. mehr »

Junge sind besonders depressionsgefährdet

Der Alltag junger Menschen birgt hohe Risiken für Depressionen. Ärzte warnen: Die Gefahr der Chronifizierung ist groß. mehr »

Allergien machen Kindern zu schaffen

Allergien, psychische Störungen und Unfälle bleiben die häufigsten Risiken für chronische Krankheiten von Kindern. Vor allem Asthma, Heuschnupfen und Neurodermitis beeinträchtigen den Nachwuchs. mehr »